Handystrahlung beeinträchtigt die männliche Fruchtbarkeit

Die Ergebnisse einer aktuellen US-Studie belegen: Normalgewichtige Männer, die das Handy bevorzugt in den vorderen Hosentaschen tragen, sind weniger fruchtbar. Unsere ärztlichen Leiter Prof. Strohmer und Prof. Obruca raten: „Männer mit Kinderwunsch sollten das Handy nicht direkt am Unterleib mit sich tragen.“

Seit Jahren wird diskutiert, welche Auswirkungen die Handystrahlung auf die Gesundheit der Menschen hat. In diesem Zusammenhang kommt auch immer wieder die Frage auf, inwiefern sich das Tragen von Mobiltelefonen in der Hose auf die männliche Fruchtbarkeit auswirkt. Die aktuelle Studie der Boston University, an der 751 dänische und 2.349 amerikanische Männer teilnahmen, ist nun dieser Frage nachgegangen. Die Studienteilnehmer mussten angeben, wo am Körper und wie lange pro Tag sie das Handy tragen. Zusätzlich wurden Samenbefunde erhoben sowie dokumentiert, wie schnell die Partnerinnen schwanger wurden. Es zeigte sich: Bei normalgewichtigen Männern, die das Handy bevorzugt in den vorderen Hosentaschen trugen, konnte eine eingeschränkte Fruchtbarkeit nachgewiesen werden. Es dauerte also bei diesen Männern vergleichsweise länger, bis die Partnerin schwanger wurde.

„Wenn auch die Auswirkungen nicht sehr stark sind, sollten Männer mit Kinderwunsch vermeiden, für längere Zeit das Handy in der Hosentasche zu tragen“, so Prof. Strohmer.

Derzeit sind 10-15 % aller Paare ungewollt kinderlos

Männer beschäftigen sich kaum mit dem Thema der eigenen Fruchtbarkeit. Der Wunsch Nachwuchs zu bekommen kann sich jedoch zur psychischen Belastung für Paare entwickeln. „Die Ursachen für ungewollte Kinderlosigkeit liegen zu 55,1 % beim Mann, 14,8 % bei der Frau und in 30,1 % der Fälle an beiden Partnern“, erklärt Prof. Obruca. Hier hilft dann oft die Reproduktionsmedizin weiter. Im Jahr 2018 wurden in Österreich insgesamt rund 16.300 IVF-Behandlungen durchgeführt, darunter knapp 11.000, die vom IVF-Fonds unterstützt wurden – das sind um 50 % mehr als vor zehn Jahren.

 

Quellen:
academic.oup.com/humrep/advance-article-abstract/doi/10.1093/humrep/deab001/6132077