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Anja Saurwein, Bakk. phil.
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Mail: anja.saurwein@ketchum-publico.at

Über das Kinderwunschzentrum

Das Kinderwunschzentrum Goldenes Kreuz wurde im Juni 2000 von Univ. Prof. Dr. Andreas Obruca und Univ. Prof. Dr. Heinz Strohmer gegründet. Das Spitzeninstitut bietet ein breites Spektrum an Behandlungen, von der In-Vitro-Fertilisation (IVF) bis zur PCOS-Behandlung. Moderne Therapieansätze wie die „Einnistungsspritze“ und „-spülung“, der „Ferti-“ und „SpermFertilityCheck“ wurden im Kinderwunschzentrum entwickelt bzw. erstmals angewandt. Kooperationen mit Auslandszentren bestehen in Brno / Tschechien und in Lódz / Polen.

Pressefotos & Factsheets für Journalisten

Pressefotos

 

Factsheets & Gesetzestexte

FMed-Gesetz Novelle 2015
IVF-Fonds Gesetz Novelle 2015
Gewebesicherheitsgesetz 2008
Pressemappe Kinderwunschzentrum 2019

Aktuelle Meldungen

Hier finden Sie die aktuellen und vergangenen Presseaussendungen des Kinderwunschzentrums – einfach auf den Titel klicken um den gesamten Text sichtbar zu machen!

Wunschkinder für alle – Wiens Kinderwunschzentrum für Regenbogenfamilien - 11.06.2019

Seit der Novelle des Fortpflanzungsmedizingesetzes 2015 haben in Österreich auch Regenbogenfamilien das Recht eine eigene Familie zu gründen. Das Kinderwunschzentrum Obruca & Strohmer im Goldenen Kreuz hat damals als erstes Institut die Betreuung für lesbische Paare ermöglicht und zieht heute anlässlich der EuroPride Vienna erfreuliche Bilanz.

Wien, 11. Juni 2019: Ein Kernstück der Gesetzesänderung 2015 ist die erlaubte Behandlung von lesbischen Paaren – die das volle Behandlungsspektrum von Insemination bis hin zur In-vitro Fertilisation beinhaltet. Die Betreuung und Behandlung der Patientinnengruppe lesbischer Paare erfordert spezielle Qualifikationen, Ausstattung und Anpassungen in der Administration. Aus diesem Grund hat das Kinderwunschzentrum Obruca & Strohmer im Goldenen Kreuz Anfang 2015 als erstes Institut Österreichs ein Zentrum für Regenbogenfamilien gegründet.

170 Regenbogenpaare mit Samenspende behandelt
Seit 2015 wurden im Kinderwunschzentrum für Regenbogenfamilien rund 170 lesbische Paare behandelt – zwei Drittel davon erhielten die lang ersehnte Nachricht: „Sie sind schwanger!“ Bei der Behandlung muss man stets auf die Verwendung von Spendersamen zurückgreifen. „Unsere Patientinnengruppe der lesbischen Paare unterscheidet sich klar von unserem restlichen Patientenkollektiv – denn sie sind meist nicht durch einen jahrelangen unerfüllten Kinderwunsch belastet“, erklärt Univ. Prof. Dr. Andreas Obruca, Gründer und Leiter des Kinderwunschzentrums. „Die Regenbogenpaare brauchen in den meisten Fällen schlichtweg eine Samenspende. Sollte dennoch ein weiterer medizinischer Faktor auftreten, erzielen wir mit der künstlichen Befruchtung mit Samenspende sehr gute Ergebnisse.“

Rund zwei Drittel der lesbischen Paare starten mit einer Insemination. Bei diesem kurzen Eingriff wird der aufbereitete Spendersamen in die Gebärmutter eingespült, danach verläuft alles wie nach normalem Geschlechtsverkehr. Bei ein Drittel der Paare wird im Zuge der Abklärung jedoch ein medizinischer Faktor (Eileiterverschluss, PCO-Syndrom, Endometriose oder eine bereits erschöpfte Eizellreserve) erkannt, der die In-vitro Fertilisation als Therapie nötig macht. Hier erfolgt die Befruchtung außerhalb des Körpers im Labor.

Institutseigene Samenspenderbank bietet Sicherheit
Das Kinderwunschzentrum verfügt über eine institutseigene Samenspenderbank. Alle Spender die darin erfasst sind, kennt das Zentrum persönlich und prüft vorab, anhand bestimmter Kriterien, die Aufnahme in die Datenbank. Des Weiteren bietet das Institut auch die Möglichkeit, den Wunschsamenspender aus dem Verwandten- oder Bekanntenkreis entsprechend den gesetzlichen Vorgaben zu testen und zu verwenden.

Info-Abende „Kind & Queer“ seit Jahren ausgebucht
Mit speziellen Info-Abenden wie „Kind & Queer“, die viermal jährlich stets ausgebucht stattfinden, aber auch mit Kooperationen wie mit der EuroPride Vienna setzt sich das Institut aktiv für dieses Thema ein. „Unsere Themenabende „Kind & Queer“ erfreuen sich bei den Paaren größter Beliebtheit und nach über fünf Jahren freuen wir uns, österreichweit die meisten lesbischen Paare auf ihrem Weg zum Wunschkind zu begleiten“, zieht Obruca die erfreuliche Bilanz.

Endometriose verringert die Chance auf Wunschkind um ein Viertel - 11.03.2019

Der März steht ganz im Zeichen der Endometriose: Eine aktuelle Studie zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen dieser bekannten Krankheit und einem unerfüllten Kinderwunsch. Zudem hat Endometriose, abhängig vom Stadium der Erkrankung, Einfluss auf den Erfolg einer Fertilitätsbehandlung.

Wien, 11. März 2019 – Eine aktuelle Studie, veröffentlicht in der wissenschaftlichen Zeitschrift Human Reproduction Open, zeigt, dass die Auswirkungen der Endometriose die Geburtsrate bei Frauen im ersten IVF Zyklus negativ beeinflusst. Dazu wurden in einer Zeitspanne von 14 Jahren mehr als 500 Frauen, die von der Krankheit betroffen sind, und mehr als 700 Frauen mit eingeschränkter Fertilität untersucht. Endometriose ist eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen bei Frauen, die zwischen der Pubertät und der Menopause auftritt. Dabei finden sich Zellen der Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutterhöhle. Dies kann zu enormen Schmerzen und der Zerstörung von Gewebe führen.

Bis zur Hälfte der unfruchtbaren Frauen leiden unter Endometriose

Die Krankheit ist bereits bekannt dafür, die Fruchtbarkeit zu reduzieren. 20 bis 50 Prozent der Frauen, die eine Fertilitätsbehandlung erhalten, werden damit diagnostiziert. Forscher fanden nun heraus, dass die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft aufgrund der Krankheit abnimmt. Die Chance auf eine Geburt verringert sich hier – je nach Schwere der Erkrankung – um mindestens 24 Prozent. Frauen, die an Endometriose leiden, sind laut Studie im Durchschnitt 35 Jahre jung.

Endometriose zählt zu den häufigsten Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch, da es dadurch zu Eierstockzysten, Verwachsungen oder sogar zum Verschluss der Eileiter kommen kann. Dies kann das Eintreten einer Schwangerschaft verhindern. Die konkrete Diagnose kann nur eine Laparoskopie und das Entnehmen einer Probe bringen. Oft ist eine Operation zur Behandlung notwendig, als Alternative werden die Antibabypille oder Präparate, die das Hormon Progesteron enthält, empfohlen“ erklärt Univ. Prof. Dr. Andreas Obruca, Gründer und Leiter des Kinderwunschzentrums Goldenes Kreuz.

Symptome rechtzeitig erkennen und behandeln

10 bis 15 Prozent der Frauen leiden unter Endometriose. Beschwerden wie extrem starke Menstruationsbeschwerden, Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs, Urinierens oder Stuhlgangs sowie erhöhte Infektanfälligkeit werden häufig nicht in Verbindung mit Endometriose gebracht. Somit dauert eine richtige Diagnose häufig Monate oder sogar Jahre.

Beschwerden im Unterleib sollten ernst genommen und der Ursache auf den Grund gegangen werden“, so Obruca. „Das Kinderwunschzentrum Goldenes Kreuz bietet Paaren klärende Gespräche an, um die Krankheit frühzeitig erkennen und behandeln zu können. Eine Ultraschalluntersuchung kann hier schon ein erstes Bild für eine mögliche Diagnose bringen“.

 

Quelle:

The effect of endometriosis on live birth rate and other reproductive outcomes in ART cycles: a cohort study, C. M. Muteshi, E. O. Ohuma, T. Child and C. M. Becker In: Human Reproduction Open, pp. 1–7, 2018; doi:10.1093/hropen/hoy016

Im Schlaf zum Wunschkind - 08.11.2018

Eine aktuelle Studie untersucht den Einfluss der Einschlafzeit auf die Fruchtbarkeit der Frau. Sie zeigt, dass sich ein regelmäßiger Schlafrhythmus positiv auf den Eintritt einer Schwangerschaft auswirkt.

Wien, 8. November 2018 – Bei der Jahreskonferenz der Amerikanischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin wurde kürzlich eine Studie der Washington University präsentiert: In der Studie wurde untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen der Einschlafzeit und der Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden besteht. „Wir wissen, dass ausreichender Schlaf wichtig für die hormonelle Regulierung sowie die Grundlage unseres Wohlbefindens ist“, so Univ. Prof. Dr. Heinz Strohmer, Gründer und Leiter des Kinderwunschzentrums Goldenes Kreuz. „Frauen mit Kinderwunsch sollten zusätzlich auf einen regelmäßigen Schlafrhythmus achten. Besonders die Einschlafzeit ist hier ausschlaggebend“, fasst Strohmer die Studienergebnisse zusammen.

Unregelmäßiger Schlaf verlängert Zeit des Wartens

Im Zuge der Studie wurden von 176 Teilnehmerinnen jeden Abend der Zeitpunkt des Einschlafens aufgezeichnet. Den Teilnehmerinnen wurden Aktigraphieuhren zur Verfügung gestellt, die sie zwei Wochen lang kontinuierlich trugen, um ihre Aktivitäten und Ruhephasen aufzuzeichnen und zu messen. Die Aktigraphiedaten wurden verwendet, um die Schlafzeiten der Frauen zu ermitteln, d.h. Beginn, Aufwachen und Schlafdauer.

Dabei kamen die Forscher zu folgendem Ergebnis: Unterscheiden sich die Einschlafzeiten pro Tag um maximal 67 Minuten, ist die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden signifikant höher als bei jenen Frauen, die zu sehr unregelmäßigen Uhrzeiten einschlafen. Bei dieser Gruppe betrug der Unterschied 138 Minuten oder mehr.

Schlaf gepaart mit gesundem Lebensstil erhöht Chancen auf Schwangerschaft

Laut der Studie waren von 176 Teilnehmerinnen 75 bis zum Ende des Jahres nach Beginn der Studie schwanger. Diejenigen, die schwanger wurden, hatten einen niedrigeren BMI und ein höheres Bildungs- und Einkommensniveau. Bereinigt um Einkommen und BMI verging bei Teilnehmerinnen mit weniger Schwankungen in der Schlafenszeit eine deutlich kürzere Zeit bis zur Empfängnis als bei Frauen, deren Schlafbeginn unregelmäßiger war. Weder Schlafdauer noch Aufwachzeit fielen ins Gewicht.

„Hier zeigt sich, dass sich sowohl ein regelmäßiger Schlafrhythmus als auch ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und Bewegung positiv auf den Eintritt einer Schwangerschaft auswirken. Der Zeitpunkt des Aufstehens oder die Gesamtdauer des Schlafes spielen dabei eine untergeordnete Rolle“, berichtet Strohmer.

Mikrobiom als neuer Faktor in der Kinderwunschbehandlung - 11.10.2018

Seit kurzem ist der Einfluss des Mikrobioms in der Gebärmutter auf die Fruchtbarkeit der Frau bekannt. Erstmals besteht nun in Österreich die Möglichkeit dieses genetisch zu testen und mitzutherapieren.

Wien, am 11. Oktober 2018 – Erkenntnisse rund um das menschliche Mikrobiom zählen zu den jüngeren medizinischen Durchbrüchen, vor allem jenes im Darm wird zunehmend breit diskutiert. Bekannt ist das Mikrobiom der Scheide, neu ist jedoch die Erkenntnis, dass auch die Gebärmutter wichtige Bakterien enthält – mit großem Einfluss auf die Fruchtbarkeit der Frau. „Wir wissen zwar seit einiger Zeit um die Bedeutung der Keime für die Einnistung der Eizelle im Uterus. Aber geeignete Tests gab es keine“, berichtet Univ. Prof. Dr. Andreas Obruca, Gründer und Leiter des Kinderwunschzentrums Goldenes Kreuz. „Nun ist es uns gelungen, Partner zu gewinnen, mit dem wir erstmals in Österreich das Mikrobiom in der Gebärmutterschleimhaut testen und entsprechend therapieren können.“

Keime mit massivem Einfluss auf Schwangerschaftsrate

In der jüngeren Vergangenheit haben sich zahlreiche Studien mit Funktion und Auswirkung der Mikroorganismen im menschlichen Körper befasst. Ein Team um Carlos Simon von Igenomix im spanischen Valencia hat das Mikrobiom des Uterus erstmals systematisch untersucht. Die Ergebnisse zeigten, dass das Mikrobiom bei den meisten untersuchten Frauen zu über 90 Prozent aus Laktobazillen bestand. Das Auftreten anderer Keime oder ein relativer Mangel an Laktobazillen können die Fruchtbarkeit deutlich reduzieren.

Bei einem LD-Mikrobiom im Uterus, sprich reichlich Laktobazillen, gelang die Einnistung des Embryos zu 60,7 Prozent, bei einem NON-LD nur zu 23,1 Prozent. Die Schwangerschaftsrate verringerte sich bei einem Mangel an Laktobazillen von 70,6 Prozent auf 33,3 Prozent und der Anteil von Lebendgeburten ging von 58,8 auf 6,7 Prozent zurück. Auch die Initiative des US-amerikanischen NIH „Human Microbiome Project“, mit dem Ziel der Identifizierung und Charakterisierung des menschlichen Mikrobioms, bestätigt den Einfluss des Mikrobioms auf die weibliche Fertilität.

Neue Behandlungsmöglichkeiten in der Fertilitätsmedizin

Erstmals ist nun der von Carlos Simon mitentwickelte EMMA-Test (Endometrial Microbiome Metagenomic Analysis) in Österreich verfügbar. Das Kinderwunschzentrum Goldenes Kreuz hat dieses Angebot erstmals nach Österreich geholt: „Vor der künstlichen Befruchtung können wir nun das Mikrobiom untersuchen – dies ist gerade bei Frauen mit wiederholten Einnistungsproblem eine neue Chance“, erklärt Obruca. Die Tests helfen chronische Entzündungen in der Gebärmutter oder eine unvorteilhafte Zusammensetzung des Mikrobioms festzustellen.

Dazu wird eine kleine Gewebsprobe aus der Gebärmutterschleimaut entnommen und mittels genetischer Testung die Zusammensetzung und Art der Bakterien bestimmt. „Je nach Ergebnis legen wir eine individuelle Therapie, zum Beispiel mit Laktobazillen oder Antibiotika fest“, so der Fertilitätsmediziner.

Darüber hinaus ermöglicht ein neuer Test der Firma DNA – Technology – Androflor -die Bestimmung des Mikrobioms in der Samenflüssigkeit des Mannes. Dies eröffnet die Option eine Therapie zur Verbesserung der Samenqualität einzuleiten sowie eine neuerliche Infektion der Partnerin zu vermeiden.

Depressionen erhöhen Fehlgeburtenrisiko - 28.06.2018

Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Einnahme von bestimmten Antidepressiva das Risiko einer Fehlgeburt 3,5-fach erhöht. Zudem reduziert sich die Chance auf eine Lebendgeburt um mehr als die Hälfte, wenn der werdende Vater unter Depressionen leidet.

Wien, am 28. Juni 2018 – Eine kürzlich von der Fachzeitschrift „Fertility and Sterility“ veröffentlichte Studie untersuchte den möglichen Einfluss von Depressionen und Serotonin-Wiederaufnahmehemmern – einer Klasse von Antidepressiva – bei Paaren die sich in einer Fruchtbarkeitsbehandlung befanden. Dafür wurden die Daten von zwei Studien miteinander kombiniert. „Frühere Studien haben bereits ergeben, dass 41 % der Frauen, die eine Fruchtbarkeitsbehandlung anstreben, depressive Symptome erleiden. Bei den Männern waren es sogar 50 %. Die aktuelle Studie liefert neue Informationen für die Behandlung dieser Paare“, erläutert der Gründer und Leiter des Kinderwunschzentrums Goldenes Kreuz, Univ. Prof. Dr. Andreas Obruca.

Antidepressiva können Schwangerschaft massiv gefährden
Die Wissenschaftler untersuchten die Daten von 1.650 Frauen sowie 1.608 Männern, von denen rund 6 % der weiblichen Probanden und 2,3 % der männlichen an einer schweren Depression litten. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Einnahme von nicht selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern bei Frauen die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt um mehr als das Dreifache erhöht. „Alle anderen Klassen von Antidepressiva weisen für die Frau und ihre Schwangerschaft keine Gefahr auf“, gibt Obruca Entwarnung. Ebenso keinen Einfluss auf die Schwangerschaftsrate hat die Depression selbst – allerdings nur bei der Frau. Leiden Männer unter einer Depression, sinkt die Chance einer Lebendgeburt um 60 %. „Die Zahlen betonen die Wichtigkeit Depressionen ernst zu nehmen und richtig zu behandeln“, so der Fertilitätsexperte.

Bei depressiven Symptomen Hilfe holen

Auch um eine Schwangerschaft nicht zu gefährden, sollten kleinste Anzeichen einer Depression, wie Unzufriedenheit und Lustlosigkeit stets beachtet werden. „Sich eine Depression einzugestehen ist für viele Betroffene schwierig, aber der erste wichtige Schritt“, weiß der Gründer des Kinderwunschzentrums Goldenes Kreuz. Der eigene Partner, Angehörige oder Freunde sind häufig die ersten Ansprechpersonen, die die Anliegen ernst nehmen und am besten professionelle Hilfe hinzuziehen sollten.

Aber auch für alle anderen Paare mit unerfülltem Kinderwunsch kann psychotherapeutische Begleitung hilfreich sein, berichtet Obruca: „Ein unerfüllter Kinderwunsch stellt für alle Paare eine herausfordernde Phase dar – manche sagen rückblickend, es sei die schwierigste Zeit ihres Lebens gewesen. Deshalb bieten wir allen unseren Patientinnen ein kostenloses Einzelgespräch mit unserer Psychotherapeutin und weitere Angebote an.“

 

Quelle:
Major depression, antidepressant use, and male and female fertility
https://www.fertstert.org/article/S0015-0282(18)30029-3/abstract

Burger und Pommes lassen auf Schwangerschaft warten - 11.05.2018

Eine aktuelle Studie zeigt den Einfluss von Ernährung auf die Fruchtbarkeit der Frau. Wenig Obst und Gemüse sowie viel Fast Food können die Chance auf eine Schwangerschaft verringern.

Wien, 11. Mai 2018 – Das Journal „Human Reproduction“ veröffentlichte eine Studie, die den Einfluss von Ernährung auf die Fruchtbarkeit untersucht und auf die Dauer bis eine Schwangerschaft eintritt. „Die Studie bestätigt aufs Neue, dass Ernährung ein wichtiger Einflussfaktor ist, wenn es darum geht schwanger zu werden. Und zwar sowohl positiv als auch negativ“, so Univ. Prof. Dr. Heinz Strohmer, Gründer und Leiter des Kinderwunschzentrums Goldenes Kreuz. „Wer schwanger werden möchte, sollte mehrmals täglich Obst und Gemüse essen und auf Fast Food verzichten“, fasst Strohmer die Studienergebnisse zusammen.

Mit viel Obst und ohne Fast Food schneller schwanger

Im Zuge der Studie wurden 5.598 Frauen aus Australien, Neuseeland, Großbritannien und Irland zu ihrer Ernährung befragt. Dabei kamen die Forscher zum Ergebnis, dass Frauen, die mindestens drei Mal pro Tag Obst essen, zwei Wochen früher schwanger wurden als jene die kein Obst essen. Wer hingegen vier Tage pro Woche Fast Food wie Burger, Pommes und Pizza isst, musste eine einmonatige Verzögerung hinnehmen. Zusätzlich stieg das Risiko auf Unfruchtbarkeit mit dem Konsum von Fast Food und sank beim Verzehr von Obst. Die Studienautoren verweisen in den Ergebnissen auf frühere Untersuchungen, die einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von gesättigten Fettsäuren und dem Heranreifen von Eizellen feststellten.

Mittelmeer-Feeling am Teller gut für Samenqualität

„Aus früheren Studien wissen wir auch um dein Einfluss der Ernährung auf die Samenqualität“, berichtet Strohmer. So ergab eine Studie der Harokopio Universität Athen, dass, Männer, die das ganze Jahr viel Obst, Gemüse, Fisch, Vollkornprodukte und saisonale wie regionale Lebensmittel essen, mehr und beweglichere Spermien haben als jene, die davon weniger zu sich nehmen und dafür mehr Alkohol und rotes Fleisch konsumieren.

Mit gesundem Lebensstil Fruchtbarkeit stärken

„Um die Zeit bis zur Schwangerschaft zu verkürzen und die Fruchtbarkeit ebenfalls zu steigern, empfehlen wir sowohl Frauen als auch Männern auf eine ausgewogene Ernährung mit mehreren Portionen Obst und Gemüse sowie auf Fast Food zu verzichten“, so Heinz Strohmer. „Rauchen ist übrigens der Fruchtbarkeitskiller schlechthin, davon sollten insbesondere jene, die schwanger werden möchten, Abstand nehmen“, ergänzt der Fertilitätsexperte.

 

Quellen:
Pre-pregnancy fast food and fruit intake is associated with time to pregnancy: https://academic.oup.com/humrep/advance-article/doi/10.1093/humrep/dey079/4989162
Association between adherence to the Mediterranean diet and semen quality parameters in male partners of couples attempting fertility
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27994040

Zitrusfrüchte gegen Endometriose - 15.04.2018

Neue Studienergebnisse zeigen einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Obst und Gemüse und laparoskopisch bestätigter Endometriose. Während Zitrusfrüchte sich positiv auswirken, kann der Konsum von einigen Kohlsorten ein erhöhtes Endometrioserisiko verursachen.

Wien, 15. April 2018 – Der Konsum von Obst, vor allem Zitrusfrüchten, kann das Risiko einer Frau, an Endometriose zu erkranken, verringern. Das zeigt eine Studie, die aktuell in der wissenschaftlichen Zeitschrift Human Reproduction veröffentlicht wurde. Über 70.000 Frauen wurden hierfür in einer Zeitspanne von 20 Jahren untersucht. Gegensätzlich zeigt die Studie, dass einige Gemüsesorten das Risiko der Erkrankung erhöhen. Zitrusfrüchte hingegen können das Risiko senken.

Orangen reduzieren – Brokkoli & Co steigern das Risiko

Während des Untersuchungszeitraums entwickelten mehr als 2.600 Frauen Endometriose, die laparoskopisch bestätigt wurde. Die Forscher fanden heraus, dass es einen Zusammenhang zwischen überdurchschnittlichem Obstkonsum und dem Risiko von Endometriose gibt. Besonders deutlich wurde dies bei Zitrusfrüchten wie Orangen und Grapefruits: Frauen, die täglich eine oder mehrere Portionen Zitrusfrüchte zu sich nahmen, hatten ein um 22 Prozent geringeres Endometrioserisiko als jene, die weniger als eine Portion pro Woche konsumierten.

Bei Gemüse zeigte sich wiederum ein anderes Ergebnis: Hier erhöhte sich das Risiko bei Frauen, die eine oder mehrere Portionen Gemüse der Familie der Kreuzblütler, wie etwa Brokkoli, Karfiol oder Kohlrabi, pro Tag zu sich nahmen, um 13 Prozent im Vergleich zu Frauen, die weniger als eine Portion pro Woche konsumierten.

„Der Konsum von Früchten, insbesondere Zitrusfrüchten, verringert das Endometrioserisiko. Dies kann teilweise durch das Beta-Crypotxanthin, ein Carotinoid, das vor allem in rotem, orangem und gelbem Obst und Gemüse vorkommt und im menschlichen Körper in Vitamin A umgewandelt wird, erklärt werden“, erklärt Univ. Prof. Dr. Andreas Obruca, Gründer und Leiter des Kinderwunschzentrums Goldenes Kreuz.

10 bis 15 Prozent der Frauen leiden unter Endometriose

Endometriose ist eine häufige Erkrankung bei Frauen, die zwischen der Pubertät und der Menopause auftritt – rund 10 bis 15 Prozent aller Frauen im fruchtbaren Alter sind betroffen. Dabei finden sich Zellen der Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutterhöhle. Dies kann zu Schmerzen und der Zerstörung von Gewebe führen. Nachdem die Beschwerden – wie extrem starke Regelschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder erhöhte Infektanfälligkeit – häufig nicht mit dieser Erkrankung in Verbindung gebracht werden, kann es einige Monate bis sogar Jahre dauern, bis Endometriose diagnostiziert wird.

„Endometriose zählt zu den häufigsten Ursachen bei Frauen, die zu Unfruchtbarkeit führen. Die Erkrankung kann Eierstockzysten, Verwachsungen oder einen Eileiterverschluss verursachen, wodurch das Eintreten einer Schwangerschaft verhindert werden kann. Eine frühzeitige Diagnose ist deshalb besonders wichtig. Diese kann mithilfe einer Laparoskopie durchgeführt werden“, so Andreas Obruca.

 

Quelle: Fruit and vegetable consumption and risk of endometriosis
R. Harris, A. C. Eke, J. E. Chavarro, and S. A. Missmer In: Human Reproduction, Vol.33, No.4 pp. 715–727, 2018 Advanced Access publication on February 1, 2018; doi:10.1093/humrep/dey014 

Zuckerhaltige Limonaden reduzieren Schwangerschaftsrate - 27.03.2018

Neue Studienergebnisse stellen einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von zuckerhaltigen Limonaden und einer verringerten Erfolgschance einer In-Vitro-Fertilisation her

Wien, 27. März 2018 – Der Konsum von zuckerhaltigen Getränken kann ein erfolgsentscheidender Faktor bei der In-Vitro-Fertilisation(IVF) sein – zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der American Society for Reproductive Medicine. Im Vergleich mit anderen beliebten Getränken, die von Frauen im gebärfähigen Alter konsumiert werden (koffeinhaltige Getränke, zuckerhaltige Limonaden, Diätlimonaden), ließ sich nur bei zuckerhaltigen Limonaden ein direkter Einfluss auf die Ergebnisse der IVF-Behandlung erkennen.

„Während zwischen Koffeinkonsum bzw. dem Konsum von Diätlimonaden und der Gesamtanzahl von gereiften Eizellen, befruchteten Eizellen und lebensfähigen Embryonen kein Zusammenhang festgestellt werden konnte, war der negative Einfluss zuckerhaltiger Getränke auf den Erfolg einer IVF-Behandlung eindeutig“, erläutert Dr. Gudrun Langer, Gynäkologin im Kinderwunschzentrum Goldenes Kreuz.

Limonaden steigern Fehlgeburtenrisiko

Untersucht wurden die Trinkgewohnheiten von Frauen am Beginn eines neuen IVF-Zyklus und ihr Einfluss auf den Erfolg der Behandlung. Das Ergebnis: Der Anteil von Zyklen, die in einer Schwangerschaft und Lebendgeburt endeten, war unter Konsumentinnen von größeren Mengen zuckerhaltiger Limonaden niedriger als bei jenen Frauen, die nur kleine Mengen davon zu sich nahmen oder ganz darauf verzichteten. Das Risiko einer Fehlgeburt war unter den Konsumentinnen von mehr als einem Viertelliter zuckerhaltiger Limonaden am Tag um 3,51 Prozent höher als bei Frauen, die diese Getränke nur im geringen Maße oder gar nicht konsumierten.

Gesunder Lebensstil wichtig

Langer rät daher bei bestehendem Kinderwunsch auf einen gesunden Lebensstil zu achten: „Insbesondere wenn Nachwuchs geplant ist – egal, ob natürlich oder mit medizinischer Unterstützung – empfehle ich ausgewogener Ernährung den Vorzug zu geben und aufs Rauchen zu verzichten.“

 

Quelle: Association between preconception maternal beverage intake and in vitro fertilization outcomes
Ronit Machtinger, M.D.’Correspondence information about the author M.D. Ronit Machtinger, Audrey J. Gaskins, Sc.D., Abdallah Mansur, M.Sc., Michal Adir, B.Sc., Catherine Racowsky, Ph.D., Andrea A. Baccarelli, M.D., Ph.D., Russ Hauser, M.D., Sc.D., Jorge E. Chavarro, M.D.
http://www.fertstert.org/article/S0015-0282(17)31911-8/fulltext

Besser schnell wieder schwanger werden - 15.03.2017

Aktuelle Studienergebnisse zeigen einen Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt des Eintretens einer erneuten Schwangerschaft und dem Risiko einer weiteren Fehlgeburt.

Wien, 15. März 2017 – Eine groß angelegte Studie mit über einer Million Frauen in Latein- und Südamerika schafft erfreuliche Klarheit: Frauen, die eine Fehlgeburt erlitten haben und innerhalb der ersten sechs Monate wieder schwanger geworden sind, haben ein geringeres Risiko einer neuerlichen Fehlgeburt als wenn sie länger zuwarten. Univ. Prof. Dr. Andreas Obruca, Gründer und Leiter des Kinderwunschzentrums Goldenes Kreuz bewertet die Erkenntnisse aus der Studie als sehr relevant: „Viele Frauen sind nach einem Abortus verunsichert, wann der beste Zeitpunkt für einer erneute Schwangerschaft ist. Diese Ergebnisse helfen uns in der Beratung von Kinderwunschpatientinnen, die möglichst rasch eine neue Behandlung beginnen wollen.“

Weniger Fehl- und Frühgeburten bei rascher erneuter Schwangerschaft

Die Studienergebnisse zeigen, dass die Chancen einer Lebendgeburt bei Frauen, die innerhalb der ersten sechs Monate nach einer Fehlgeburt erneut schwanger geworden sind, um 40 % höher waren als bei denen, die nach sechs Monaten oder später schwanger geworden sind. Wurden Frauen innerhalb von sechs Monaten nach einer Fehlgeburt wieder schwanger, so führten 79 % der Schwangerschaften zu Lebendgeburten, während bei Frauen, die nach zwölf Monaten erst wieder schwanger wurden 72 % ein gesundes Baby zur Welt brachten. Die Ergebnisse zeigten außerdem, dass bei diesen „raschen“ Schwangerschaften weniger Komplikationen auftreten und es seltener zu Frühgeburten kommt.

Zumindest jede zehnte Schwangerschaft endet in Fehlgeburt

Rund zehn bis fünfzehn Prozent aller Schwangerschaften enden in einer Fehlgeburt. „Eine Fehlgeburt stellt nicht nur eine psychische Belastung für die Betroffenen dar, sondern führt auch meist zu Unsicherheit hinsichtlich einer erneuten Schwangerschaft. Nun belegt diese neue Studie in den ersten sechs Monaten sogar eine reduzierte Wahrscheinlichkeit auf einen neuerlichen Abortus“, erläutert Obruca. Von einer Fehlgeburt spricht man, wenn der Embryo in den ersten 24 Wochen der Schwangerschaft abgestoßen wird.

Gesunder Lebensstil erhöht Chance auf positiven Schwangerschaftsverlauf

Die Studie dokumentierte zudem, dass ein Großteil der Frauen, die nach einer Fehlgeburt versucht wieder schwanger zu werden, besonders viel Wert auf einen gesunden Lebensstil legt. Dies verbesserte die Voraussetzungen für einen positiven Schwangerschaftsverlauf zusätzlich. „Wenn sich Paare rasch nach einer Fehlgeburt wieder bereit dazu fühlen, einen neuen Schwangerschaftsversuch zu starten, so steht dem aus medizinischer Sicht nichts im Wege“, so Obruca.

 

Quelle: Interpregnancy interval following miscarriage and adverse pregnancy outcomes: systematic review and meta-analysis; Chrishny Kangatharan1, Saffi Labram2, and Sohinee Bhattacharya2,* 1Department of Medical Education, University of Malta St Paul’s Street, Valletta VLT1216, Malta 2Institute of Applied Health Sciences, University of Aberdeen, Foresterhill Health Campus, Aberdeen AB25 2ZL, UK

Starkes Übergewicht birgt hohes Abortusrisiko (17.01.2017)

Aktuelle Studie aus Australien zeigt enormen Einfluss von Übergewicht auf Schwangerschaften: Fast jede zweite Studienteilnehmerin mit starkem Übergewicht erlitt eine Fehlgeburt.

Eine aktuelle Studie aus Australien zeigt den dramatischen Einfluss von Übergewicht auf den Schwangerschaftsverlauf. Bei 125 Frauen wurden im Rahmen einer Behandlung mit künstlicher Befruchtung Embryonen eingesetzt. Dabei wurde das Körpergewicht und die Körpergröße erhoben und daraus der Body-Mass-Index (BMI) errechnet. Bei Frauen mit normalem BMI kam es bei 14 % der Schwangerschaften zu einem Abortus, bei übergewichtigen Frauen mit einem BMI von 25 bis 29,9 bereits bei 29 %. Besonders hoch war die Abortusrate bei Frauen mit einem BMI von 30 und mehr. Hier erlitt mit 42 % fast jede zweite Studienteilnehmerin eine Fehlgeburt.

Geringere Chancen auf Schwangerschaft bei starkem Übergewicht

„Wir wissen seit langem, dass Übergewicht häufig zu Menstruations- und Ovulations-störungen führt, wodurch die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden reduziert ist“, erklärt Gründer und Leiter des Kinderwunschzentrums Goldenes Kreuz Univ. Prof. Dr. Andreas Obruca. „Die australische Studie bestätigt nun auch unsere Beobachtung erhöhter Abortusraten unter stark übergewichtigen Frauen.“

Die Untersuchung des australischen Forscher-Teams ist besonders aussagekräftig, da alle Embryonen vorher genetisch untersucht wurden, wodurch eine auffällige Verteilung der Chromosomen als Ursache für den Abortus ausgeschlossen werden konnten.

„Derzeit kann nur spekuliert werden, wie sich Übergewicht genau auf die Wahrscheinlichkeit eines Abortus auswirkt“, so Obruca. Es wird vermutet, dass eine zu geringe Versorgung mit dem Hormon Progesteron, Insulinüberschuss bzw. -resistenz Gründe für die Fehlgeburten sein könnten.

 

Empfehlung bei Kinderwunsch: Hilfe in Anspruch nehmen

Andreas Obruca kennt die Schwierigkeiten mancher Patientinnen, wenn es um Gewichtsabnahme geht: „Professionelle Beratung und Begleitung beim Abnehmen hilft vielen bei der Vorbereitung auf eine Schwangerschaft.“ Unabhängig davon, ob eine Schwangerschaft spontan oder mit medizinischer Hilfe angestrebt wird – bereits ein geringer Gewichtsverlust verbessert die Chance auf eine Schwangerschaft.

Vitamin D besonders wichtig in der Schwangerschaft - 28.12.2016

Vitamin D-Mangel kann zu einer Vielzahl an Erkrankungen führen und beeinträchtigt die Fruchtbarkeit. Der Großteil der Schwangeren ist unterversorgt.

Wien, 28. Dezember 2016 – Vitamin D3 ist essentiell fu¨r zahlreiche Aufgaben im Körper, eine Vielzahl an Studien belegt die Verbindung zwischen einer Vitamin-D3-Unterversorgung und dem Auftreten von Krebs-, Autoimmun-, und Herzkreislauferkrankungen sowie Störungen der Fruchtbarkeit. Bei Bestehen einer Schwangerschaft kann ein zu niedriger Vitamin D3-Level zu Gestationsdiabetes oder Präeklampsie führen. „Das ist deshalb relevant, weil wir aus einer Studie der Semmelweis Frauenklinik wissen, dass über 90 % der schwangeren Frauen nicht ausreichend mit Vitamin D3 versorgt sind“, so Univ. Prof. Dr. Heinz Strohmer, Gründer und Leiter des Kinderwunschzentrums Goldenes Kreuz.

Niedriges Geburtsgewicht bei Vit D Mangel
Vitamin D hat während der Schwangerschaft einen großen Einfluss auf eine gesunde Entwicklung. So ist Vitamin D3 fu¨r den Aufbau des Skeletts, die Ausbildung der inneren Organe, des Immunsystems sowie des Gehirns beim heranwachsenden Kind wichtig. „Das ist auch der Grund, warum ein Vitamin D3-Mangel dazu führen kann, dass Babys untergewichtig geboren werden“, erläutert der Gynäkologe.

Körperfett als Vitamin D Räuber
Vor allem in den Wintermonaten mit wenigen Sonnenstunden und bei Personen, die sich kaum im Freien aufhalten oder ihre Haut völlig bedecken, treten häufig Vitamin D3 Mangel-erscheinungen auf. Auch Übergewicht ist ein Risikofaktor für zu wenig Cholecalciferol. „Patientinnen mit einem BMI über 35, sowie Frauen die in der Schwangerschaft mehr als 15 kg zunehmen, haben ein erhöhtes Risiko an einer Vitamin D3 Unterversorgung zu leiden. Es gibt Indizien, dass Körperfett dem Blut Vitamine entzieht“, erklärt Strohmer.

Raus aus dem Haus für mehr Vitamin D!
Das Kinderwunschzentrum empfiehlt daher Frauen, die schwanger werden wollen, sich ausgewogen zu ernähren und regelmäßig Sport an der frischen Luft zu treiben. Bereits ein täglich einstündiger Spaziergang in der Sonne erhöht die Vitamin D3 Produktion um ein Vielfaches. Insbesondere vor und während der Schwangerschaft ist Vitamin D wichtig.

Falls diese Maßnahmen nicht ausreichen, kann Vitamin D3 auch durch eine großzügige Substitution im Rahmen der Schwangerschaftsvorbereitung verabreicht werden.

Unfruchtbarkeit beim Mann nach wie vor Tabu-Thema - 03.11.2016

Zum Weltmännertag thematisiert das Kinderwunschzentrum Unfruchtbarkeit beim Mann: Neben Lebensstilfaktoren beeinflusst auch Umweltverschmutzung die Zeugungsfähigkeit.

Wien, 2. November 2016; Anlässlich des Weltmännertages fasste das Kinderwunschzentrum die wichtigsten Erkenntnisse aktueller internationaler Studien zum Thema männliche Fruchtbarkeit zusammen. „Ein unerfüllter Kinderwunsch ist immer herausfordernd für das Paar. Wir sehen allerdings, dass es insbesondere für Männer sehr schwierig ist, damit umzugehen, wenn es an ihnen liegt. Gesprochen wird darüber kaum“, berichtet Univ. Prof. Andreas Obruca, Gründer und Leiter des Kinderwunschzentrums Goldenes Kreuz.

Bei jedem vierten Paar tritt nach 12 Monaten regelmäßigen Geschlechtsverkehrs keine Schwangerschaft ein. Die Gründe dafür liegen rund einem Drittel beim Mann, einem Drittel bei der Frau und zu einem Drittel an beiden Partnern. Es gibt eine Vielzahl an Blogs, in denen sich vorrangig Frauen zu ihrem unerfüllten Kinderwunsch austauschen. „Männer leiden häufig stärker im Verborgenen. Deshalb ist es wichtig, auch sie in den Fokus zu rücken. Viele sind sich dessen gar nicht bewusst, dass sie ihre Fruchtbarkeit bis zu einem gewissen Grad selbst beeinflussen können“, so Obruca.

Stress und Übergewicht als Fruchtbarkeitskiller

Mittlerweile ist gemeinhin bekannt, dass sich Stress negativ auf unsere Gesundheit auswirkt. So auch auf die Spermienqualität: Eine Studie der Universität Kopenhagen zeigt, dass sich bei Männern, die stark unter Stress stehen die Spermiengesamtanzahl um bis zu 34 %, die Spermienkonzentration sogar um bis zu 38 % verringern kann. Insbesondere psychische Belastung spielt hier eine maßgebliche Rolle und kann einen negativen Einfluss auf Anzahl und Qualität der männlichen Keimzellen haben.

Auch der Body Mass Index (BMI) korreliert mit der Fruchtbarkeit des Mannes. Dieser hängt stark mit den Fortpflanzungshormonen, wie Testosteron, zusammen. Ein erhöhter BMI kann das Ejakulatvolumen, die Spermakonzentration als auch deren Beweglichkeit massiv beeinträchtigen. „Wenn eine Schwangerschaft auf sich warten lässt und Übergewicht vorliegt, kann bereits moderate Bewegung und eine geringe Gewichtsreduktion Abhilfe schaffen“, erklärt Andreas Obruca.

Die Betonung liegt eindeutig auf moderat, denn Sport ist nicht in jedem Fall eine Wohltat für Spermien: Während sehr intensivem Training kann es zu einem starken Abfall der Hormone kommen. Insbesondere betroffen ist hier meist das luteinisierende Hormon (LH), welches für die Reifung und Produktion der Geschlechtszellen zuständig ist. Die gute Nachricht ist, dass sich die Spermienqualität auch schnell wieder erholen kann.

„Zusätzlich zu diesen aktuellen Erkenntnissen wissen wir seit langem, dass die Ernährung eine große Rolle spielt“, so Obruca. Ein zu hohes Maß an rotem Fleisch, Süßigkeiten und Vollmilchprodukten reduziert die Samenqualität und verzögert daher den Eintritt einer Schwangerschaft. Aber auch externe Faktoren wirken sich auf die männliche Fruchtbarkeit aus. So kann beispielsweise der Grad an Luftverschmutzung im Umfeld oder auch die richtige Temperatur der Hoden mitbestimmend sein, wie eine Studie der medizinischen Fakultät der Universität Kairo belegt. „Dazu kommen auch medizinische Gründe, die weniger in unserer Macht liegen. Nimmt man sich jedoch Stressreduktion, ausgewogene Ernährung und einen gesunden BMI zu Herzen, kann die Fruchtbarkeit maßgeblich positiv beeinflusst werden“, erklärt Andreas Obruca.

Eizellenverwechslung ausgeschlossen - 26.07.2016

In der Kinderwunschbehandlung ist das korrekte „Matching“ oberstes Prinzip. Das Kinderwunschzentrum Goldenes Kreuz hat dafür ein europaweit einzigartiges System entwickelt.

Wien, 26.7.2016; Im Kinderwunschzentrum Goldenes Kreuz ist seit 2008 ein digitales System der Patientenverwaltung namens Quinni im Einsatz, das die Kinderwunschbehandlung lückenlos dokumentiert und Fehlerquellen ausschließt. Das von Univ. Prof. Dr. Heinz Strohmer und dem Softwareentwickler DI Wolfgang Markhart entwickelte Programm kommt mittlerweile in mehr als der Hälfte aller Fertilitätszentren in Österreich zum Einsatz.

Matching: Ein lückenloses Sicherheits-und Kontrollsystem auf Basis eines QR-Codes

Quinni ist in der Fertilitätsmedizin europaweit einzigartig und beruht auf dem Einsatz eines QR-Codes für jede Patientin: Sämtliche Schritte im Lauf der Kinderwunschbehandlung werden dokumentiert und alle Behälter, Becher und Schälchen mit dem individuellen QR-Code versehen. „Mit diesem Matching garantieren wir die Übereinstimmung des uns zur Verfügung gestellten Materials zu hundert Prozent“, erklärt Strohmer. „Gleichzeitig stellen wir damit sicher, dass der gesamte Ablauf der Behandlung von A bis Z absolut fehlerlos vor sich geht – denn das System schlägt an, wenn irgendetwas nicht zusammen passt“.

Kinderwunsch-Card mit QR-Code für jede Patientin

Für die Patientinnen wird diese neuerliche Sicherheitssteigerung durch ihre Kinderwunsch-Card (Kiwu-Card) sichtbar, die ihnen zu Beginn der Behandlung übergeben wird. „Der auf unserer Kiwu-Card gedruckte QR-Code ist somit für unsere Patientinnen der persönliche Schlüssel zur sichersten Kinderwunschbehandlung Europas“, erklärt Strohmer.

Erste Geburt nach Präimplantationsdiagnostik in Österreich - 22.06.2016

Dem Team im Kinderwunschzentrum Goldenes Kreuz gelang der Durchbruch: Das erste Kind, ein Mädchen, wurde mit Hilfe von PID geboren.

Wien, 22. Juni 2016; Seit 1.4.2015 ist die Novelle des Fortpflanzungsmedizingesetzes in Kraft. Es erlaubt unter restriktiven Bedingungen auch die Präimplantationsdiagnostik. Diese ist bei jenen Patientinnen zugelassen, die zumindest dreimal miterleben mussten, dass eine Schwangerschaft eintritt und dann doch in einer Fehl- oder Totgeburt endet. „Bei multiplen Aborten liegt eine genetische Ursache nahe, die dann dazu führt, dass kein lebensfähiges Kind heranwächst“, erklärt Univ. Prof. Dr. Heinz Strohmer, Gründer und Leiter des Kinderwunschzentrums Goldenes Kreuz.

Bei der PID wird aus dem Embryo im Blastozystenstadium am fünften Tag der Entwicklung, eine kleine Zellprobe aus dem späteren Mutterkuchen, dem Trophoblast, entnommen. In einem Labor wird genetisch bestimmt, bei welchen Embryonen die normale Anzahl von 46 Chromosomen vorliegt. „Der Transfer einer dieser Embryonen ermöglicht Paaren nach einem jahrelangen Leidensweg schließlich doch noch ein Kind zu bekommen“, so Strohmer.

Nach fünf Aborten ein gesundes Mädchen

Vor wenigen Tagen wurde in Österreich nun das erste Kind mit Hilfe von Präimplantationsdiagnostik geboren. Die Behandlung erfolgte im Kinderwunschzentrum Goldenes Kreuz in Wien. Die Patientin war fünf Jahre in Behandlung und hatte zahlreiche IVF-Versuche. „Wir sind überglücklich und sehr dankbar, nach fünf Fehlgeburten nun endlich unsere Tochter in unseren Armen zu halten“, so die frisch gebackene Mutter.

Gleichzeitig hofft sie, dass sich die öffentliche Diskussion über diese und ähnliche Techniken zukünftig auf die tatsächlichen Sorgen und Bedürfnisse der Paare, anstatt auf hypothetische, jedoch im gesetzlich erlaubten Rahmen unrealistische Szenarien, wie Designerbabies oder genetische Selektion, konzentriert. „Wir sind sehr froh, dass wir diese Möglichkeit dank der, aus unserer Sicht überfälligen Gesetzesnovelle, in Österreich und somit im Kinderwunschzentrum des Goldenen Kreuzes nutzen konnten. Die Vertrauensbasis zum Team des Kinderwunschzentrums, von dem wir mehrere Jahre sehr professionell und zugleich einfühlsam betreut wurden, hat uns diesen Schritt stark erleichtert.“

Durchbruch nach intensiver Vorbereitung

Für diesen Erfolg war eine intensive Vorarbeit im Kinderwunschzentrum nötig: Bei der sogenannten Trophoblastbiopsie handelt es sich um eine aufwendige Technik, die ein spezialisiertes Know-How verlangt. Sie wird mit Miniaturinstrumenten und einem speziellen Laser-Gerät unter dem Mikroskop durchgeführt. Die Embryologen des Kinderwunschzentrums absolvierten dafür zahlreiche Schulungen im Ausland. Zusätzlich ist bereits viel Erfahrung mit ähnlichen Methoden, wie der Polkörperbiopsie, nötig. Es ist daher zu erwarten, dass nur wenige IVF-Zentren in Österreich diese Methode anbieten werden.

Für Strohmer ist es ein Meilenstein: „Die erfolgreiche Durchführung dieser Methode gibt jenen Paaren, die wiederholt negative IVF-Versuche hatten oder bereits zahlreiche Schwangerschaften verloren haben, wieder Hoffnung auf die Erfüllung ihres Kinderwunsches.“

Andreas Obruca: "Bilanz nach einem Jahr Fortpflanzungsmedizingesetz NEU durchwachsen" - 01.02.2016

Die Novelle zum FMedG ist 1 Jahr alt. Obruca: „Die Eizellspende kommt kaum zur Anwendung. Lesbische sowie heterosexuelle Paare, die eine Samenspende benötigen, profitieren.“

Wien (OTS) – Univ. Prof. Andreas Obruca, Gründer und Leiter des Kinderwunschzentrum Goldenes Kreuz zieht ein Jahr nach der heftig diskutierten Novelle Bilanz: „Die neu zugelassene Eizellspende kommt in der Praxis kaum zum Einsatz, darüber hinaus gibt es bei der Präimplantationsdiagnostik keine Fortschritte. Für lesbische und heterosexuelle Paare, die eine Samenspende benötigen, wurden hingegen massive Erleichterungen geschaffen, die auch entsprechend angenommen werden.“

Potentielle Spenderinnen bräuchten selber Eizellspende Durch das Vermittlungs- und Kommerzialisierungsverbot wurde die Eizellspende auf die Verwandten- und Bekanntenspende beschränkt. Dazu kommen noch finanzielle Hürden, wie die Beschränkung von Aufwandsentschädigungen auf belegbare Barauslagen.

„Die gesetzlich vorgesehenen Bedingungen sind so eng, dass kaum jemand die Möglichkeit der Eizellspende in Anspruch nehmen kann“, so Obruca. Das Kinderwunschzentrum hat im Vorjahr nur drei derartige Fälle behandelt. Bei allen waren die jüngeren Schwestern bereit Eizellen zu spenden. Die Patientinnen waren alle Mitte 30 und von vorzeitigem Wechsel betroffen. „Während der Behandlung haben wir bei den jüngeren Schwestern jedoch ebenfalls eine genetisch vorprogrammierte verfrühte Menopause festgestellt. Es bestanden damit keine Erfolgsaussichten“, berichtet Obruca. Die engen Rahmenbedingungen haben somit eine Gruppe zu den wahrscheinlichsten Spenderinnen gemacht, die häufig selbst eine Eizellspende benötigen würden. Das Fazit des Fertilitätsmediziners lautet somit wie vor einem Jahr: „Es wurde totes Recht geschaffen. Die wenigen Frauen, die rechtlich die Möglichkeit hätten, eine Eizellspende in Anspruch zu nehmen, haben trotzdem kaum Chance auf eine Schwangerschaft.“

Kinderwunschzentrum PID-Pionier in Österreich

Das Kinderwunschzentrum setzte als erste österreichische Fertilitätsklinik die Präimplantationsdiagnostik (PID) bei Paaren mit wiederholten Fehlversuchen oder Aborten mittels Trophektodermbiopsie ein. „Wir erwarten die Geburt des ersten Kindes nach PID im März“, berichtet Obruca erfreut. Jedoch gibt es für jene Fälle, bei denen eine monogenetische Erkrankung der Eltern vorliegt, noch keine Entscheidung des wissenschaftlichen Ausschusses für Genanalyse und   Gentherapie. „Diese Paare sind weiter auf Warteposition.“ Die PID hat die Praxis somit nur teilweise erreicht.

Kompetenzzentrum für Regenbogenfamilien gegründet

Die Behandlung lesbischer Paare ist jedoch Alltag geworden. Die Bedürfnisse überschneiden sich nicht zur Gänze mit jenen heterosexueller Paare, auch die Fragestellungen sind häufig andere. Deshalb hat das Kinderwunschzentrum im Zuge der geänderten Gesetzeslage ein Kompetenzzentrum für Regenbogenfamilien gegründet, das speziell auf die Situation lesbischer Paare eingeht. „Wir haben schnell erkannt, dass lesbische Paare zum Teil andere Fragen und Bedürfnisse haben als heterosexuelle. Diesen tragen wir mit dem Kompetenzzentrum für Regenbogenfamilien Rechnung“, erklärt Obruca.

Höhere Schwangerschaftschancen mit Donor-Samen

Auch heterosexuelle Paare, die eine Samenspende benötigen, profitieren von der Gesetzesänderung. Bis vor einem Jahr durften mit Spendersamen nur Inseminationen, sprich das Einspritzen von Spendersamen in die Gebärmutter, durchgeführt werden. Die Novelle erlaubt nun auch IVF-Behandlungen mit Donor-Samen. Diese neu zugelassene Behandlungsmethode ist im Kinderwunschzentrum schnell in die Routine übergegangen. „Jene Paare, bei denen zusätzlich zur Infertilität des Mannes eine eingeschränkte Fruchtbarkeit der Frau vorliegt, haben nun viel höhere Chancen auf eine Schwangerschaft“, erklärt Obruca.

Aufgeheizte Hintern schaden Spermien nicht - 28.12.2015

Kinderwunschzentrum Goldenes Kreuz entkräftet Mythos, Sitzheizungen würden die Spermienproduktion beeinträchtigen. Das Gegenteil ist der Fall.

Wien, 28. Dezember 2015; Das Kinderwunschzentrum Goldenes Kreuz befragte 997 Männer im Rahmen ihrer Samenabgabe für die Ejakulatuntersuchung zu ihrem Lebensstil. Einer der erfassten Faktoren war die Verwendung einer Sitzheizung. „Seit vielen Jahren hält sich der Mythos, Sitzheizungen im Auto würden die Hoden aufheizen und wären daher regelrechte Spermienkiller. Umfassende Studien gab es dazu allerdings keine. Deshalb haben wir entschieden, unsere Patienten zu ihrem Nutzungsverhalten von Sitzheizungen zu befragen und mit den Spermiogrammen gegenüber zu stellen“, berichtet Gründer und Leiter des Kinderwunschzentrums Goldenes Kreuz, Univ. Prof. Andreas Obruca.

Sitzheizungsliebhaber mit besten Werten

Die Auswertung der Daten zeigte ein überraschendes Ergebnis: Jene Männer die nie eine Sitzheizung verwenden, hatten zu 46 % einen normal fruchtbaren Befund. Unter den gelegentlichen Sitzheizungsnutzern hatten 53 % der Männer ein unauffälliges Spermiogramm. Am besten schnitten jedoch jene Patienten ab, die häufig eine Sitzheizung verwenden: Mit 62 % wiesen fast zwei Drittel der Wärmeliebhaber eine gute Spermienqualität vor.

Für Obruca lässt sich damit eindeutig widerlegen, dass der Gebrauch einer Sitzheizung im Auto einen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit beim Mann hat. „Unsere Zahlen zeigen zwar einen positiven Einfluss auf das Spermiogramm, dennoch können wir die „therapeutische“ Nutzung von Sitzheizungen zur Verbesserung der Samenqualität (noch) nicht empfehlen. Dafür wären weiterführende Studien nötig“, so der Fertilitätsexperte.

Lebensstilfaktoren machen Spermien fit oder faul

Andere Lebensstilfaktoren haben jedoch einen eindeutig positiven oder negativen Einfluss auf die männliche Fertilität. Bei einem Kinderwunsch sollte auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten geachtet und der Konsum von rotem Fleisch, Zucker und Alkohol eingeschränkt werden. Auch Rauchen und Übergewicht können den Eintritt einer Schwangerschaft verzögern. „Dass Frauen vor und in der Schwangerschaft ausreichend Folsäure als Vitamin B-Lieferant zu sich nehmen sollen, ist landläufig bekannt. Mittlerweile besteht Grund zur Annahme, das Vitamin aus dem B-Komplex wirke sich auch auf die Spermienqualität positiv aus“, erläutert Obruca.

Das Kinderwunschzentrum Goldenes Kreuz berät seine Patienten und Patientinnen individuell zu ihrem Lebensstil. „Zu Behandlungsbeginn besprechen wir mit den Kinderwunschpaaren ihre Lebenssituation, erarbeiten mögliche Verbesserungen und bieten Hilfestellungen an“, berichtet Obruca.

Übergewicht reduziert Spermienqualität erheblich - 15.12.2015

Neue statistische Erhebungen zeigen, dass die Adipositasrate bei Männern höher ist als bei Frauen. Heinz Strohmer, Gründer und Leiter des Kinderwunschzentrums Goldenes Kreuz zeigt Auswirkungen auf die Samenqualität auf: „Aktuelle Studien zeigen, dass sich starkes Übergewicht negativ auf Samendichte und -morphologie auswirkt.“

Wien, 15. Dezember 2015; Eine aktuelle Erhebung der MedUni Wien thematisiert die Gewichts-entwicklung der Österreicherinnen und Österreicher. Die Anzahl an extrem übergewichtigen Menschen steigt insgesamt, jüngste statistische Zahlen weisen nun einen höheren Anteil an Männern aus. Laut Daten der Statistik Austria waren Anfang der 90er Jahre 8,3 Prozent der Männer adipös und 9 Prozent der Frauen. Die aktuellste Befragung aus dem Jahr 2014 führt bei Männern einen Adipösen-Anteil von 15,6 Prozent und bei Frauen von 13,2 Prozent an. In der Erhebung der MedUni wird vor allem vor Hypertonie und Diabetes als Folgekrankheiten gewarnt. Das Kinderwunschzentrum stellt zusätzlich den Zusammenhang zwischen Spermienqualität und einem daraus folgenden unerfüllten Kinderwunsch her.

Weniger Spermien – und die mit abnormalem Aussehen

Die Ergebnisse eines multiprofessionellen Studienteams aus Taiwan ergaben eine um 31 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit einer reduzierten Spermiendichte bei einem BMI (Body Mass Index, Verhältnis Körpergröße zu – gewicht) von über 25. Die Wahrscheinlichkeit einer abnormen Form der Samenzellen war in dieser Gruppe um 2,5-fach höher, als in jener der Normalgewichtigen. Auch großer Bauch- und Hüftumfang ergaben erhöhte Wahrscheinlichkeiten auf eine reduzierte Samenqualität. „Diese Parameter nehmen einen starken Einfluss auf die Fertilität des Mannes“, interpretiert Heinz Strohmer die Studiendaten. Auch eine europäische Metaanalyse bestätigt diese Ergebnisse.

Ein unerfüllter Kinderwunsch liegt zunehmend öfter am Mann, berichtet Strohmer: „Ein eingeschränkter Samenbefund ist ein häufiger Grund, warum es nicht klappt. Dass die Auslöser dafür nicht immer krankheitsbedingt sind, sondern der eigene Beitrag für eine erfolgreiche Kinderwunschbehandlung nicht zu unterschätzen ist, zeigen diese Studien aufs Neue“, so Strohmer.

Das Kinderwunschzentrum im Goldenen Kreuz berät seine Patienten und Patientinnen strukturiert und individuell zu ihrem Lebensstil. Strohmer erklärt: „Neben dem Gewicht haben Rauchen, Alkoholkonsum, die Ernährung und die Psyche Auswirkung auf den Eintritt einer Schwangerschaft. Zu Behandlungsbeginn besprechen wir mit den Kinderwunschpaaren ihre Lebenssituation, erarbeiten mögliche Verbesserungen und bieten Hilfestellungen an.“

Mehr Informationen: https://www.kinderwunschzentrum.at/ursachen/lifestyle/

Fertilitätsmedizin als Benchmark für das Gesundheitssystem (06.10.2015)

Seit seiner Gründung finanzierte der IVF-Fonds 61.121 Paaren eine IVF-Behandlung. Durch das unbürokratische Steuerungstool konnte die Zwillingsrate mehr als halbiert werden. Offen ist, wie es nach der Novelle des Fortpflanzungsmedizingesetzes weiter geht.

Wien, 6. Oktober 2015; Das Österreichische Gesundheitswesen weist im internationalen Vergleich hohe Qualitätsstandards auf. Anlässlich des 15-jährigen Bestehens von IVF-Fonds und Kinderwunschzentrum Goldenes Kreuz streichen die Gründer und Leiter des Kinder-wunschzentrums Univ. Prof. Dr. Heinz Strohmer und Univ. Prof. Dr. Andreas Obruca hervor, dass es auch auf diesem hohen Niveau innerhalb des Gesundheitssystems noch Unter-schiede gibt: „Wir sehen den IVF-Fonds als einen außergewöhnlichen Steuermechanismus. In keinem anderen Sektor gibt es so klare Qualitätssicherungsmaßnahmen und gleichzeitig eine so transparente Datenlage“, erläutert Heinz Strohmer, der die Fertilitätsmedizin als Bench-mark für andere Bereiche erachtet.

Wer die Anforderungen nicht (mehr) erfüllt, ist raus
Für die Vergabe von IVF-Fonds-Verträgen sind von Fertilitätskliniken Mindestanforderungen zu erfüllen, wie zum Beispiel nachweislich 50 Behandlungen und eine Schwangerschaftsrate von mindestens 18 %. „Es reicht nicht, sich einmal zu qualifizieren. Wer die Mindest-anforderungen nicht mehr erfüllt, dem wird der Vertrag entzogen. Das gibt es in kaum einem anderen Bereich“, so Strohmer.

Dr. Clemens Martin Auer, Leiter der Sektion I im Gesundheitsministeriums bestätigt: „IVF-Fonds-Gesetz und die Verträge sehen umfassende Qualitätssicherungsmaßnahmen vor. Diese haben eine Vorbildwirkung im Gesundheitswesen und garantieren, dass die Kinder-wunschbehandlungen dem Stand der medizinischen Wissenschaft entsprechend durchgeführt und gleichzeitig auch die finanziellen Mittel bestmöglich verwendet werden.“

Anteil der Zwillingsgeburten um mehr als die Hälfte reduziert
Zusätzlich können neue Erkenntnisse unbürokratisch in die Praxis umgesetzt werden. Die eindrucksvollste Errungenschaft war die Reduktion der Mehrlingsrate auf weniger als die Hälfte. Mit der Zielsetzung des Single-Embryo-Transfers wurde die Zwillingsrate von 36 % in 2002 auf 15,2 % in 2014 gesenkt. Drillinge kommen nur mehr in Einzelfällen vor.

IVF-Meldungen im Kinderwunschzentrum versechsfacht
Der IVF-Fonds übernimmt unter bestimmten Voraussetzungen 70 % der Kosten einer Fer-tilitätsbehandlung. Seit der Gründung haben 61.121 Paare dieses Angebot im Rahmen von 84.974 Versuchen in Anspruch genommen. Rund 17 Prozent davon waren in den vergang-enen Jahren Patientinnen im Kinderwunschzentrum Goldenes Kreuz. Die Meldungen an den IVF-Fonds haben sich hier allein von 2001 bis 2009 versechsfacht.

FMedG Novelle: Für lesbische Paare top, Eizellspende Flopp
Die Novelle des Fortpflanzungsmedizingesetzes (FMedG) im Februar 2015 öffnete die Möglichkeiten der Fertilitätsmedizin auch für lesbische Paare. Auch die Eizellspende wurde – mit großen Restriktionen – zugelassen. Das Resümee der Leiter des Kinderwunschzentrums, ein gutes halbes Jahr nach der Gesetzesänderung, lautet, dass nur für lesbische Paare eine tatsächliche Verbesserung erreicht wurde. Die Eizellspende jedoch wurde so stark beschränkt, dass es sich fast um totes Recht handelt. „Wir können nur von Einzelfällen berichten. Wir wissen jedoch, dass andere Zentren Eizellen aus anderen Ländern einkaufen. Für uns ist das derzeit keine Option.“

Univ. Prof. Dr. Andreas Obruca: Eizellspende und PID sind totes Recht (11.06.2015)

Das Kinderwunschzentrum Goldenes Kreuz sieht die Novelle des Fortpflanzungsmedizingesetzes weiterhin kritisch. „Die Novelle kommt einem Verbot der Eizellspende gleich“, so der Leiter Andreas Obruca.

Wien, 11. Juni 2015; „Meines Wissens nach wird die Eizellspende in Österreich weiterhin nicht angewandt“, so die Einschätzung von Univ. Prof. Dr. Andreas Obruca, Leiter des führenden Zentrums für Fortpflanzungsmedizin, dem Kinderwunschzentrum Goldenes Kreuz. Vom ursprünglich fortschrittlichen Entwurf ist kaum etwas übrig geblieben: „Das Vermittlungsverbot, also die Beschränkung der Eizellspende auf die Bekannten- und Verwandtenspende, hat den Kreis jener Paare, die eine solche in Anspruch nehmen können, bereits massiv reduziert“, so Obruca. Zusätzlich wurde auch eine Beschränkung der Aufwandsentschädigung auf Barauslagen reduziert. „Somit wurden die Bedingungen so eng gefasst, dass das Gesetz in der Praxis nicht angewandt wird“, erklärt Obruca.

Das Vermittlungsverbot bedeutet, dass Frauen, die für die Verwirklichung ihres Kinderwunsches auf eine Eizellspende angewiesen sind, sich selber eine Spenderin suchen müssen. Sprich, die Patientin muss eine Bekannte, Freundin oder eine Verwandte finden, die sich bereit erklärt, ihr Eizellen zu spenden. „Als sich das Vermittlungsverbot abgezeichnet hat, war für uns klar: Diese Novelle wird nicht vielen Frauen helfen“, berichtet Obruca.

Eine Farce: Spenderinnen bekommen nur Fahrschein ersetzt
Das Gesetz wurde nun aber zusätzlich mit der Beschränkung beschlossen, dass der Spenderin nur Barauslagen gegen Beleg ersetzt werden. Das heißt, die Spenderin bekommt einen Fahrschein oder ein Zugticket ersetzt. „Für eine Eizellspende sind aber mehrere Termine erforderlich, die Spenderin wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit Urlaubstage nehmen müssen. Dies sowie ein möglicher Verdienstentgang werden nicht ersetzt. Damit muss die Spenderin zusätzlich zum Eingriff Kosten auf sich nehmen, die ihr nicht ersetzt werden“, so Obruca. „Seitdem das Gesetz beschlossen wurde, hatten wir eine einzige Patientin, die eine potentielle Spenderin mitgebracht hat, die hat jedoch das Alterslimit von 30 Jahren überschritten“, berichtet Obruca. „Die Anzahl an Anfragen seitens Empfängerin und Spenderin sind minimal und darüber hinaus kam es bisher nicht.“

PID liegt auf Eis
Auch die heftig diskutierte Präimplantationsdiagnostik liegt auf Eis, berichtet der Leiter des Kinderwunschzentrums: „Die Novelle schreibt vor, dass „ein wissenschaftlicher Ausschuss für Genanalyse und Gentherapie“ über das Vorliegen der Voraussetzungen zu entscheiden hat. Dieser Ausschuss ist jedoch bis dato nicht zusammen getreten. Eine Anwendung ist daher derzeit nicht möglich.“

Obruca: Betroffene werden durch das Gesetz gefoppt
Angesichts der großen Diskussion, das Gesetz wäre ein Dammbruch, zeigt sich Obruca für die Patientinnen verärgert: „Die Betroffenen wurden mit der Novelle gefoppt. Der Gesetzgeber hat vor allem die Eizellspende zwar offiziell erlaubt, de facto hat sich nichts geändert. Es wäre konsequenter gewesen, zum Verbot zu stehen.“

Eizell Freezing ist für viele Frauen eine Chance (27.10.2014)

Univ. Prof. Dr. Heinz Strohmer vom Kinderwunschzentrum im Goldenen Kreuz: „Kryokonservierung kann Zeit schenken und Druck nehmen – allerdings nur, wenn sie vor dem 33. Lebensjahr der Frau erfolgt und wenn der rechtliche Rahmen geklärt ist.“

Kinder? Jetzt nicht, aber „später“: Das ist das Problem
Das Alter der erstgebärenden Frauen in Österreich steigt und liegt derzeit im Schnitt bei 29 Jahren. Diese Tatsache ist aus verschiedenen Gründen ein Problem: Erstens sinkt die weibliche Fruchtbarkeit bereits ab dem 33. Lebensjahr, da die Eizellreserve der Frau ständig abnimmt; zweitens nehmen die genetischen Auffälligkeiten des Embryos mit steigendem Alter der Mutter deutlich zu. Gegen diese unglücklichen Umstände gibt es keine ursächliche Behandlung. Damit bleibt als einziger Ausweg die Prävention, und zwar durch die frühzeitige Erhebung der Eizellreserve u.a. mittels Ultraschall und Bestimmung von AMH (Anti Müller Hormon) und FSH (Follikel Stimulierendes Hormon) sowie bei Bedarf mittels Kryokonservierung, sprich des Einfrierens, von Eizellen. Medizinisch sinnvoll ist diese Form der „Fruchtbarkeitsvorsorge“ allerdings nur, wenn sie vor dem 33. Lebensjahr erfolgt. Die Möglichkeit, ihre Eizellen in einem sinnvollen Alter einzufrieren, bedeutet daher für Frauen eine gewisse Chance auf ein Anhalten der vielzitierten biologischen Uhr. Warum nur eine „gewisse Chance“? Weil der Eintritt einer Schwangerschaft – oder gar die Geburt eines gesunden Kindes – durch die Kryokonservierung keineswegs garantiert sind.

Eine mögliche Lösung für ein Dilemma
Natürlich ist eine Gesellschaft überaus wünschenswert, in der Frauen sowohl ein erfülltes Berufsleben als auch ein glückliches Familienleben mit eigenen Kindern haben können. Wir wissen aber nur zu gut, dass dieses wichtige Ziel leider noch nicht vollständig erreicht ist. Besonders pikant ist dabei folgender Umstand: Genau jene Jahre, in denen Frauen beruflich voll durchstarten können und wollen, sind gleichzeitig jene, die biologisch für die Realisierung ihres Kinderwunsches ideal oder zumindest noch günstig sind. Social Egg Freezing ist eine mögliche Antwort auf dieses Dilemma, indem es den Frauen de facto Zeit schenkt und etwas Druck nimmt.

So oder so: Eine zeitgemäße gesetzliche Regelung muss her
Wie auch immer man zur Kryokonservierung steht – es braucht in jedem Fall einen klaren gesetzlichen Rahmen. Davon kann in Österreich derzeit leider keine Rede sein. Das Einfrieren von Eizellen ist nur im Fall einer medizinischen Indikation erlaubt, und der entsprechende alte Passus des Fortpflanzungsmedizingesetzes ist nicht eindeutig formuliert. Eine Berücksichtigung des massiven medizinischen Fortschritts in der vergangenen Dekade ist aus unserer Sicht dringend notwendig. Es steht zu hoffen, dass die mit Ende des Jahres fällige Gesetzesnovelle auch in dieser Frage Klarheit bringen wird – ebenso wie zu den verschiedenen neuen Entwicklungen im Bereich der Präimplantationsdiagnostik.

Was beeinflusst die Fruchtbarkeit? Aufklärung ist notwendig
Selbst, wenn die Kryokonservierung jeder Frau offen stünde, gilt es bei uns Aufklärung auf einem anderen Level zu betreiben. Denn der Wissensstand der Österreicherinnen zum Abfall der Fruchtbarkeit ab dem 33. Lebensjahr ist erschreckend gering. Auch der Einfluss des Lebensstils, sprich Rauchen, Alkoholkonsum, Ernährung, Bewegung, Gewicht und Stress, ist vielen Frauen nicht bewusst – geschweige denn die Möglichkeit, die verbleibenden fruchtbaren Jahre feststellen zu lassen oder im Fall des Falles eine Kryokonservierung durchzuführen.

Abschließend: Keinesfalls darf Social Egg Freezing als Ersatz für ein günstiges politisches und gesellschaftliches Umfeld zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie gesehen werden. Vielmehr kann es eine von vielen Maßnahmen sein, die Frauen mehr Selbstbestimmung geben.

Kinderwunschzentrum reicht zehntausendsten IVF-Fondsantrag ein - 29.01.2013

Am 29. Januar 2013 hat das Kinderwunschzentrum im Goldenen Kreuz den zehntausendsten Antrag auf Kostenübernahme einer IVF Behandlung beim IVF-Fonds eingereicht. „Waren es bei unserer Gründung 2001 vor 12 Jahren noch 218 Anträge pro Jahr, die wir eingereicht haben, waren es 2012 bereits 1193“, berichtet Univ. Prof. Dr. Andreas Obruca, Leiter des Kinderwunschzentrums. Diese Steigerung führt der Kinderwunschexperte auf die sich ändernde Lebensplanung zurück – Paare verwirklichen ihren Kinderwunsch heute oft erst Ende 30 – sowie Stress und Umwelteinflüsse.

Staatliche finanzielle Hilfe für In-Vitro-Fertilisation gibt es seit dem Jahr 2000. Voraussetzungen für die Kostenübernahme sind: die Frau muss jünger als 40, der Mann jünger als 50 sein und bei einem der Partner muss ein Grund für Unfruchtbarkeit indiziert sein. Der Selbstbehalt für das Paar beträgt abhängig von Alter und Eingriff rund 900 Euro pro Versuch. „Durch den IVF-Fonds erhalten mehr Paare die Möglichkeit, ihren Kinderwunsch zu verwirklichen, als es ohne diese Unterstützung der Fall wäre“, erklärt Obruca und führt aus: „Die häufigsten Ursachen für Infertilität sind ein eingeschränkter Samenbefund der Männer, Verschluss oder Beeinträchtigung der Eileiter, Störungen des Monatszyklus und nicht zuletzt die altersbedingte Einschränkung der Fruchtbarkeit.“

„Vielen Paaren können wir bereits mit minimal-invasiven Behandlungen wie der Insemination helfen. Eine spontane Schwangerschaft ist in manchen Fällen nicht möglich, mit medizinischer Unterstützung jedoch sehr wohl. Wer länger als ein Jahr erfolglos versucht schwanger zu werden, sollte einen Spezialisten konsultieren. Besonders wenn Frauen älter als 35 sind, ist eine Abklärung der Ursachen unbedingt zu empfehlen, um keine fruchtbare Zeit zu verlieren“, empfiehlt Obruca.

Kinderwunschbehandlung gewinnt an gesellschaftlicher Relevanz

Pro Jahr suchen in Österreich rund 5.000 Paare mit unerfülltem Kinderwunsch professionelle Hilfe. Die gesellschaftliche Akzeptanz der Behandlung steigt, die medizinischen Methoden entwickeln sich laufend weiter.

„Die Möglichkeiten für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch sind heute vielfältig. Jedoch ist Kinderwunschbehandlung ein hoch spezialisiertes Fachgebiet und jede Behandlung wird ganz individuell auf das Paar abgestimmt, um die Erfolgschancen optimal auszunutzen“, so Univ. Prof. Dr. Andreas Obruca und Univ. Prof. Dr. Heinz Strohmer, die Leiter des Kinderwunschzentrum Goldenes Kreuz.

2012 wurden 1.130 Paare im Kinderwunschzentrum Goldenes Kreuz behandelt. „Die Gründe für Infertilität liegen zu gleichen Teilen bei Mann und Frau“, berichtet Obruca. „Die häufigsten Ursachen für Infertilitätsprobleme sind der eingeschränkte Samenbefund der Männer, Verschluss oder Beeinträchtigung der Eileiter, Störungen des Monatszyklus und nicht zuletzt die altersbedingte Einschränkung der Fruchtbarkeit. Vielen Paaren können wir bereits mit minimal-invasiven Behandlungen wie der Insemination helfen.“

Fertilität der Österreicher sinkt

Die wesentlichen Fertilitätsprobleme sind „hausgemacht“ so Obruca. Die Familienplanung verschiebt sich in der Lebensplanung nach hinten. Im Jahr 2001 wurden nur 14 % der Kinder von über 35 Jährigen auf die Welt gebracht, 2010 haben die Frauen dieser Altersgruppe bereits 20 % der Kinder geboren. Aber bereits mit 33 Jahren sinkt die Fertilitätsrate bei Frauen. Außerdem ist aus internationalen Studien bekannt, dass in allen Industriestaaten die Samenqualität der Männer abnimmt. Hinzu kommen steigende Umweltbelastungen, Stress und Krankheiten.

Trotz steigender gesellschaftlicher Relevanz wie auch Akzeptanz, bleibt die Kinderwunschbehandlung ein sensibles Thema. Viele Paare sprechen erst nach langer Zeit des „Probierens“ mit einem Arzt und es geht fruchtbare Zeit verloren. „Deshalb raten wir Paaren mit Kinderwunsch frühzeitig Risiken und Problemfelder von einem Spezialisten abklären zu lassen“, so Strohmer.

Innovation steigert die Erfolgschancen

Der medizinische Fortschritt hat es geschafft die Schwangerschaftsrate durch die Reproduktionsmedizin von 22,8 % im Jahr 2001 auf 31,1 % im Jahr 2011 zu steigern. „Viele der heute gängigen Therapieansätze wie „Ferticheck“, „SpermFertilityCheck“, die „Einnistungsspritze“ und die „Einnistungsspülung“ wurden im Kinderwunschzentrum Goldenes Kreuz entwickelt bzw. erstmals in Österreich angewandt“, berichteten Obruca und Strohmer. „Unser Ziel ist es unseren Patientinnen die innovativsten Methoden anzubieten und damit ihre Chancen auf ein Kind zu erhöhen. Sicherheit und Seriosität der Methoden haben dabei natürlich absoluten Vorrang.“

„Erfolg hängt nicht nur von Innovation und individueller Behandlung ab“, so die Leiter des Kinderwunschzentrums. „Die Abläufe der Behandlung müssen perfekt abgestimmt werden und das Behandlungsteam muss rund um die Uhr einsatzbereit sein. Der beste Zeitpunkt für eine Behandlung kann eben auch am Wochenende sein.“

Kooperation mit Kinderwunschzentren im Ausland

Das Kinderwunschzentrum Goldenes Kreuz hat Partnerinstitute in der Slowakei, Rumänien und Polen. In Österreich sind Eizellenspende, Samenspenden für IVF oder Embryospenden nicht erlaubt. Wenn Paare eine der genannten Methoden benötigen, um eine Schwangerschaft zu erzielen, wird in diesen Fällen mit den Partnerinstituten in Ausland kooperiert.