Für einen ungestörten Samenerguss (die Ejakulation) braucht es ein geordnetes Zusammenspiel von Nervenimpulsen und einen normalen Zustand der männlichen Geschlechtsorgane. Durch Störungen oder Veränderungen einer dieser beiden Anteile kann es dazu kommen, dass zwar ein sexueller Höhepunkt (der Orgasmus) eintritt, danach aber keine Samenflüssigkeit aus dem Penis austritt. In manchen Fällen entleert sich stattdessen die Samenflüssigkeit in die Harnblase. Man spricht dann von einer sogenannten „retrograden Ejakulation“. Häufige Gründe dafür können zum Beispiel eine Querschnittlähmung oder eine Prostataoperation sein.
Für diese Patienten besteht die Möglichkeit die Samenzellen dennoch aus der Harnblase zu gewinnen. Dazu muss vorab der Harn basisch gemacht werden, da sonst die Samenzellen im sauren Milieu absterben. Dazu gibt es ein eigenes Medikamentenschema, das der Patient einige Tage vor dem Samenerguss beginnen muss.
Für den Fall, dass bei Ihnen eine retrograde Ejakulation vorliegt, sprechen Sie mit Ihrem*r Urolog*in oder mit uns, wir informieren Sie gerne über dieses Vorgehen. Wir haben dazu in unserem Androzentrum an der Wien ein standardisiertes Vorgehen erarbeitet, das Ihnen die maximale Chance bietet, trotz Vorliegen einer retrograden Ejakulation ein Kind zu bekommen.