DNA – Strangbrüche

Bei ca. 20% aller Kinderwunschpaare finden sich keine auffällig veränderten Befunde. Die herkömmlichen Untersuchungen (Spermiogramm, Hormonstatus, Eileiteruntersuchung etc.) sind unauffällig, dennoch tritt keine Schwangerschaft ein. In diesen Fällen spricht man oft von idiopathischer Unfruchtbarkeit oder „unexplained“ Sterilität.

Neue Forschungen haben gezeigt, dass Veränderungen des Erbguts (DNA) in der Samenzelle die Befruchtungsfähigkeit der Samenzellen reduzieren kann. In sehr schweren Fällen kann es auch dazu führen, dass sich kein gesunder entwicklungsfähiger Embryo bilden kann.

Die herkömlliche Untersuchung des Samen ist das Spermiogramm. Dabei erfolgt eine Beurteilung der Anzahl, der Beweglichkeit und der Ausformung (Morphologie) der Samenzellen. Genetische Veränderungen können beim Spermiogramm nicht untersucht werden.

 

Was sind mögliche Ursachen für genetische Defekte?

Veränderungen des Erbguts während der Ausreifung der Samenzelle können durch Entzündungen, Medikamente (Schmerzmittel, Kortison etc.), Umweltgifte (Pestizide, etc.), Rauchen, zunehmendes Lebensalter, Strahlen- oder Chemotherapie, thermische Schädigung, etc. hervorgerufen werden.

Was bedeuten genetische Defekte für die Fruchtbarkeit?

Je mehr Samenzellen eine genetische Störung aufweisen, umso unwahrscheinlicher wird eine Spontanschwangerschaft eintreten. Die Samenzellen sind nicht mehr von alleine befruchtungsfähig, und die Fehlgeburtenrate steigt.

Kann man Samenzellen auf DNA Schäden testen?

JA, gemeinsam mit dem Labor des St. Anna Kinderspitals (St. Anna Kinderkrebsforschung e.V., CHILDREN'S CANCER RESEARCH INSTITUTE) haben wir erstmals in Österreich eine Untersuchung der Samenzellen auf mögliche genetische Veränderungen (DNA Strangbrüche) etabliert.

Dieser Test heißt SCSA (Sperm chromatin structur assay) und gibt Auskunft über Chromatindefekte und damit über die Qualität der Samenzellen und wird bei uns im Rahmen des SpermFertilityCheck durchgeführt.

Sie können zusätzlich aktiv mithelfen, DNA Schäden zu vermeiden bzw. vorhandene auffällige Befunde zu verbessern, wenn Sie folgende Dinge beachten:

  • Vermeiden von reproduktiven Giftstoffen (Zigarettenrauch, Medikamente)
  • Therapie durch orale Einnahme von Antioxidantien (Vitamin E, C)
  • Therapie einer möglicherweise vorhandenen Infektion des Ejakulates
  • Chirurgische Sanierung einer Varikozele (Krampfader des Hodens)