Hodenbiopsie: TESE, MESA
Bei manchen Männern finden sich keine Samenzellen in der Samenflüüsigkeit. Dann und nur dann spricht man von einer Azoospermie, finden sich vereinzelt Samenzellen spricht man von einer Kryptozoospermie. Es ist unbedingt notwendig, nach einer Zeit von ca. 6 Wochen den Spermiogrammbefund zu wiederholen, da es natürliche Schwankungen geben kann. Finden sich auch bei der Wiederholung keinerlei Samenzellen dann besteht dennoch noch Hoffnung ein eigenes Kind zu bekommen.
Es gibt drei Gründe für eine Azoospermie:
- die Samenstränge sind verschlossen oder fehlen. Deshalb können die Samenzellen aus dem Hoden bzw. Nebenhoden nicht in die Samenflüssigkeit gelangen.
- es werden nur ganz wenige Samenzellen gebildet. Sie werden abgebaut auf dem Weg Hoden - Nebenhoden - Samenstränge, also bevor sie noch in der Samenflüssigkeit ankommen, die von der Prostata beim Samenerguss freigesetzt wird.
- es werden gar keine Samenzellen im Hoden gebildet.
Der Urologe / Androloge ist bei der Diagnose "Azoospermie" der erste Ansprechpartner. Er führt eine klinische Untersuchung durch und berät über die Möglichkeiten. So kann man die Samenzellen direkt durch
- eine Hodenbiopsie (TEsticular Sperm Exstraction, TESE) oder
- aus dem Nebenhoden (MicroEpididymal Sperm Aspiration, MESA) gewinnen.

Bei manchen Patienten ist das gewonnene Material sehr gut für die Behandlung geeignet, weil es ausreichend Samenzellen enthält. Dann besteht die Möglichkeit Teile davon für einen weiteren Versuch einzufrieren und so zu lagern.
WICHTIG: Sowohl bei TESE als auch bei MESA werden die Spermien schließlich mit Hilfe der Mikroinjektion (ICSI-Technik) in das Zellplasma der Eizelle eingebracht. Das liegt daran, dass nur sehr wenige Samenzellen bei der Hodenpunktion gewonnenen werden.
Die Diagnose "Azoospermie" bedeutet im ersten Augenblick für die meisten Patienten einen Schock. Glücklicherweise können wir durch diese neuen Methoden vielen betroffenen Patienten zu einem eigenen Wunschkind verhelfen. Wir können dabei auf unsere Erfahrung, auf ein eingespieltes Team und die Zusammenarbeit mit andrologischen Experten zurückgreifen.
Manchmal finden sich jedoch auch im Hoden keine Samenzellen. Dann besteht die Alternative den "Samen eines Dritten" zu verwenden. Diese Behandlung mit Spendersamen ist jedoch in jedem Land besonders geregelt.








