Seminalplasmaspülung (SPS)
Bei manchen Patientinnen werden mehrfach Embryonen von guter Qualität eingesetzt, es kommt dennoch nicht zur Schwangerschaft. Dieses wiederholte Einnistungsversagen (auch "Repeated implantation failure - RIF") stellt ein großes Problem dar, weil nur bedingt Möglichkeiten bestehen, doch noch eine Schwangerschaft herbeizuführen.
Ausländische Arbeitsgruppen haben den positiven Einfluss bestimmter Anteile der Samenflüssigkeit auf die Einnistung festgestellt. Zu diesem Zweck wird ein Teil der Samenflüssigkeit - das Seminalplasma - von den Zellbestandteilen getrennt und nach der Follikelpunktion mit einem dünnen Katheter in den Gebärmutterhals gespült.
Wir konnten gemeinsam mit unseren ausländischen Schwesterninstituten eine Steigerung der Schwangerschaftsrate nach Seminalplasmaspülung feststellen, und bieten diese Methode vor allem Paaren an, bei denen es wiederholt nach dem Transfer nicht zur Einnistung gekommen ist.
Bisher wurden keine Komplikationen durch diesen Eingriff beobachtet.
Leichte entzündliche Reaktionen der Gebärmutterschleimhaut können jedoch nicht ausgeschlossen werden, sie laufen aber meistens ohne Beschwerden ab. Die Ergebnisse mit dieser Methode sind vielversprechend. Wir wollen dennoch darauf hinweisen, dass diese Methode noch keine Routinebehandlung ist.
WICHTIG: Die Methode ist auch nur für Patientinnen geeignet, bei denen Embryonen von guter Qualität in die Gebärmutter transferiert wurden. Sie hilft nicht, wenn in früheren Versuchen die Embryonalentwicklung verzögert abgelaufen ist oder die Zahl der Eizellen oder Embryonen zu gering war!
Die Seminalplasmaspülung unterscheidet sich grundsätzlich von der Einnistungsspülung. Bei der Seminalplasmaspülung wird die Samenflüssigkeit am Tag der Eizellentnahme in den Gebärmutterhalskanal gespült. Bei der Einnistungsspülung werden mütterliche Blutzellen zwei Tage nach der Eizellentnahme in die Gebärmutterhöhle gespült. Dies wird oft verwechselt, leider auch von manchen "IVF - Experten".





