Einnistungsspülung
Bei manchen Patientinnen werden mehrfach Embryonen von guter Qualität eingesetzt, es kommt dennoch nicht zur Schwangerschaft. Dieses wiederholte Einnistungsversagen (auch "Repeated implantation failure - RIF") stellt ein grosses Problem dar, weil nur bedingt Möglichkeiten bestehen, doch noch eine Schwangerschaft herbeizuführen.
Die Einnistungsspülung ist erstmalig im Journal for Human Reproduction (Vol.21, No.12 pp. 3290-3294) im Oktober 2006 publiziert worden. Es konnte gezeigt worden, dass die Schwangerschaftsraten in der künstlichen Befruchtung durch eine Spülung mit aufbereiteten mütterlichen Blutzellen gesteigert werden können.
Wir haben diese Methode 2007 als erstes europäisches Zentrum in unserem Labor etabliert und bieten sie heute routinemäßig Paaren an, bei denen es wiederholt nach dem Transfer nicht zur Einnistung gekommen ist.
Für die Gewinnung dieser Immunzellen sind zwei Blutabnahmen notwendig, am Tag der Eizellentnahme und zwei Tage später. Aus diesen Proben werden dann diese besonderen Immunzellen gewonnen und in einem Nährmedium angereichert. Zwei Tage nach der Eizellentnahme wird diese Zell - Lösung mit einem weichen Katheter in die Gebärmutter eingespült, dadurch wird die Schleimhaut besonders gut auf die Embryonen vorbereitet.
Für die Patientin ist diese besondere Behandlung also mit zwei Blutabnahmen (am Tag der Eizellentnahme und zwei Tage später) und mit einer kleinen gynäkologischer Untersuchung verbunden.
Bisher wurden keine Komplikationen durch diesen Eingriff beobachtet. Leichte entzündliche Reaktionen der Gebärmutterschleimhaut können jedoch nicht ausgeschlossen werden, sie laufen aber meistens ohne Beschwerden ab. Die Ergebnisse mit dieser Methode sind sicherlich sehr vielversprechend. Wir wollen dennoch darauf hinweisen, dass diese Methode noch keine Routinebehandlung ist. Die Methode ist auch nur für Patientinnen geeignet, bei der wiederholt Embryonen von guter Qualität in die Gebärmutter transferiert wurden. Sie hilft nicht, wenn in früheren Versuchen die Embryonalentwicklung verzögert abgelaufen ist oder die Zahl der Eizellen oder Embryonen zu gering war!
Wichtig: ein entscheidender Teil der Einnistungsspülung sind zwei Injektionen, die die Patientinnen nach der Punktion (Eizellentnahme) durchführen müssen. Die Patientinnen injizieren am Tag nach der Punktion eine Ampulle Pregnyl 1.500 Einheiten unter die Haut und fünf Tage nach der Punktion nochmals eine Ampulle Pregnyl 1.500 Einheiten unter die Haut. Die dritte Ampulle, die sich in der Packung befindet, benötigt das Labor am Tag der Punktion für die Herstellung der Spülung.
Die Einnistungsspülung unterscheidet sich grundsätzlich von der Seminalplasmaspülung. Bei der Einnistungsspülung werden mütterliche Blutzellen zwei Tage nach der Eizellentnahme in die Gebärmutterhöhle gespült. Bei der Seminalplasmaspülung wird die Samenflüssigkeit am Tag der Eizellentnahme in den Gebärmutterhalskanal gespült. Dies wird oft verwechselt, leider auch von manchen "IVF - Experten".





