Insemination

Die Insemination wird häufig dann durchgeführt, wenn eine Zeugungseinschränkung des Mannes vorliegt. Sind Anzahl und Beweglichkeit eingeschränkt oder ist die Anzahl der Samenzellen mit auffälliger Form erhöht, kann die Insemination den gewünschten Erfolg bringen. Die Insemination kommt auch zur Anwendung, wenn sog. "Antikörper" im Muttermundschleim vorhanden sind. Dadurch können die Samenzellen diesen ersten Teil des Weges zur Eizelle nicht überwinden.

 

Bei einer Insemination wird gereinigter Samen zur Zeit des Eisprunges über einen feinen Katheter direkt in die Gebärmutterhöhle eingespritzt. Die Insemination findet auf einem gynäkologischen Untersuchungsstuhl statt. Die Insemination ist nicht schmerzhaft und dauert nur wenige Minuten. Sie können vor und auch nach der Insemination Ihrer Arbeit nachgehen und müssen sich auch nach der Insemination nicht besonders schonen. Die Insemination wird entweder knapp vor dem Eisprung im natürlichen Zyklus oder nach einer hormonellen Vorbereitung durchgeführt.

Die Insemination im Normalyzklus

Es ist nicht notwendig vor der Insemination eine hormonelle Stimulation vorzunehmen. Es besteht die Möglichkeit den Eisprung zuhause mittels Harntests zu bestimmen oder die Überwachung des Zyklus erfolgt durch Ultraschalluntersuchungen. Es kann abgewartet werden, bis spontan der Eisprung eintritt. Wenn das Paar den Eisprung aus beruflichen oder privaten Gründen planen möchte, besteht die Möglichkeit den Eisprung mittels einer Injektion "auszulösen".

Die Insemination im stimulierten Zyklus

Voraussetzung für das Einsetzen einer Schwangerschaft ist der Eisprung. Dabei wird in den ersten Tagen des Monatszyklus ein Eibläschen ("Follikel") gebildet, das die Eizelle enthält. Erreicht dieses Eibläschen eine Größe von 18 bis 24 Millimeter erfolgt ein Hormonsignal durch die Hirnanhangsdrüse. Dadurch platzt das Eibläschen und die darin befindliche Flüssigkeit spült die Eizelle direkt in den Eileiter. Dort erwartet die Eizelle die Befruchtung durch eine Samenzelle.

Bei manchen Patientinnen ist es angezeigt eine hormonelle Stimulation der Eierstöcke durchzuführen, weil

  • eine Hormonstörung besteht und es dadurch nicht zum Eisprung kommt oder
  • eine höhere Schwangerschaftsrate erreicht werden kann, wenn mehr als eine Eizelle beim Eisprung freigesetzt wird. 

Dazu werden entweder Tabletten (z.B. Clomiphen) oder auch Injektionen (wie z.B. Puregon, Gonal-F oder Menopur bzw. Merional) verwendet. Die Injektionspräparate, die zur Stimulation der Eierstöcke verwendet werden, sind sehr teuer. Deshalb ist meistens eine Bewilligung durch die Krankenkassa notwendig. Wir können Ihnen jedoch nicht garantieren, dass die Krankenkasse diese Bewilligung erteilt.

Es ist wichtig, die Hormonbehandlung durch Ultraschalluntersuchung und manchmal auch durch Hormonbestimmungen aus dem Blut oder Harn zu kontrollieren. Dadurch kann einerseits festgestellt werden, ob die Hormonbehandlung wirkt, ob eine Veränderung der Dosierung notwendig ist oder ob die Stimulation zur Bildung von zu vielen Eibläschen bzw. Eizellen führt. In diesem Fall besteht ein erhöhtes Risiko, dass eine Mehrlingsschwangerschaft eintritt.

Die Bestimmung des Eisprungs

Die Bestimmung des Eisprungs erfolgt entweder mittels Ultraschall oder der Eisprung wird zuhause mit einem LH- Harnstreifentests bestimmt (z.B.: Conceive, ClearPlan,...). Wir besprechen mit der Patientin, an welchem Zyklustag mit dem Test begonnen werden soll und ob eine Ultraschallkontrolle erforderlich ist. Kann die Patientin nicht zum Ultraschall kommen, informieren wir telefonisch ab wann es notwendig ist, mit dem LH- Harnstreifentest zu beginnen.

Der Test wird immer mit Morgenharn durchgeführt. Testen Sie bitte immer mit Morgenharn, sobald der Test positiv ist, sollte die Insemination durchgeführt werden.

Die Samenzellgewinnung

Wir benötigen unbedingt am Tag der Insemination auch die Samenzellen. Der Partner kann die Samenprobe direkt im Kinderwunschzentrum abgeben oder zuhause, wenn die Anfahrt danach innerhalb einer Stunde möglich ist und die Probe körperwarm transportiert wird. In letzterem Fall ist eine Erklärung notwendig, dass der Samen vom Partner abgegeben wurde und für die Behandlung verwendet werden darf.  In den 2 bis 5 Tagen vor der Abgabe sollte es zu keinem Samenerguss kommen, da nur auf diese Weise eine optimale Samenprobe gewährleistet werden kann. Bitte vorher gründlich die Hände mit Seife waschen und erst dann den Samen durch Masturbation in den sterilen Becher abgeben (einen sterilen Becher bekommen Sie von uns oder in der Apotheke). Falls Sie die Samenprobe mitbringen, beschriften Sie bitte den Becher zu Hause mit Namen, Datum und Zeit der Gewinnung.

Wichtig: Manche Männer haben Erektionsprobleme oder Schwierigkeiten durch Selbstbefriedigung eine Samenprobe abzugeben. Bitte teilen Sie uns etwaige Probleme rechtzeitig mit. Es besteht die Möglichkeit, zu einem früheren Zeitpunkt eine Samenprobe einzufrieren, dies ist jedoch mit Extrakosten in Höhe von 600 Euro verbunden. Darüber hinaus kann es durch den Vorgang des Einfrierens und Auftauens zu einer Verschlechterung der Samenqualität und damit auch zu einer herabgesetzten Erfolgschance kommen.

Aufbereitung der Samenflüssigkeit vor der Insemination

Die Waschung und Aufbereitung des Spermas hat eine große Bedeutung für die Qualitätsverbesserung. Nach Gewinnung und Verflüssigung des Ejakulates wird die Samenflüssigkeit in verschiedenen Schritten in einem speziellen Medium zentrifugiert. Die unbeweglichen und fehlgeformten Spermien werden von den gut beweglichen, normalgeformten Spermien getrennt. Zusätzlich dient die Aufbereitung der Aktivierung der Samenzellenkappe (Akrosom), eine wesentliche Voraussetzung für die Befruchtung der Eizelle. Das verbleibende Konzentrat, etwa 0,5 ml, wird dann in die Gebärmutterhöhle mit Hilfe eines sterilen Katheters eingebracht.

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