Die Befruchtung mit IVF oder ICSI
Die wesentlichen Schritte bei der Befruchtung der Eizelle sind folgende: Die Eizelle hat in den letzten Stunden vor der Entnahme durch die Follikelpunktion wesentliche letzte Schritte der Reifeteilung (Meiose) abgeschlossen. Dies ist notwendig, um mit der richtigen Zahl an Chromosomen (Träger der Erbinformation) auf die Samenzelle zu warten, die Eizelle befindet sich in einem Stadium, das als Metaphase II bezeichnet wird.
WICHTIG: nur eine Eizelle, die sich in diesem ''Metaphase II Stadium'' befindet kann befruchtet werden! Dieses Stadium wir nicht von allen entnommenen Eizellen erreicht!
Welche unterschiedliche Methoden der Befruchtung gibt es?
A) Die traditionelle Technik der In vitro Fertilisation (IVF) Nach der Samenabgabe wird die Probe speziell präpariert, um möglichst alle schnell vorwärts beweglichen Samenzellen zu isolieren und sie für die Befruchtung „scharf" zu machen. Sie befinden sich am Ende dieses Verfahrens in einem speziellen Kulturmedium. Auch die Eizellen befinden sich zu diesem Zeitpunkt in Kulturmedium in speziellen Schälchen. Jetzt wird zu den Eizellen ein Tropfen der Samenzell-Lösung zugesetzt. Die Samenzellen finden selbständig zu den Eizellen und in vielen Fällen gelingt es auch einer Samenzelle jeweils eine Eizelle zu befruchten. Diese Methode ist möglich, wenn: 1) eine ausreichende Anzahl an 2) schnell vorwärts beweglichen Samenzellen mit 3) normaler äußerer Form in der Samenprobe vorhanden sind. |
Tag 0: IVF: Tausende Samenzellen auf der Eizelle |
Ausreichend (mind. ca. 100 000 pro Eizelle) viele Samenzellen, die sich vorwärts bewegen erreichen die Eizelle und binden an die äußere Schale (Zona pellucida). Normalerweise gelingt es nur einer Samenzelle diese Schale zu durchdringen. Am Tag nach der Punktion (wir bezeichnen den Tag der Punktion als Tag 0 und sprechen daher vom Tag 1) kann kontrolliert werden, ob und bei wie vielen Eizellen die Befruchtung geklappt hat. Dann kann man an der Eizelle normalerweise das erste und das zweite „Polkörperchen" erkennen und in der Mitte der Eizelle zwei sogenannte „Vorkerne" oder „Pronuklei" sehen. Bei diesem kritischen Vorgang der Befruchtung gibt es viele Abweichungen von diesem normalen Bild. In diesem Fall ist es schwierig zu sagen, ob die Befruchtung geklappt hat. Dann ist es notwendig einen weiteren Tag zu warten: oft bildet sich ein normaler Embryo. | |
B) Die Intracytoplasmische Spermien Injektion (ICSI) Wenn nicht genügend schnell bewegliche unauffällig geformte Samenzellen vorhanden sind, wird eine Befruchtung mittels ICSI angeboten, wobei die Samenzelle in die Eizelle mittels eine Mikropipette injiziert wird. Um die Samenqulität zu bewerten und sich für die richtige Form der Befruchtung zu entscheiden wird ein Spermiogramm durchgeführt. WICHTIG: Auch wenn die Samenzellen alle diese Eigenschaften haben und wir daher keine Probleme bei der Befruchtung erwarten, kann es vorkommen, dass nur wenige oder keine Eizelle befruchtet sind. Dies kann an der Qualität der Eizellen liegen oder die Samenzellen weisen einen Defekt auf, der noch nicht mit den heutigen Methoden erfasst werden kann. | Tag 0: ICSI: 1 Samenzelle wird injiziert |
WICHTIG: Haben Sie daher Verständnis, wenn wir am Tag nach der Punktion für manche Eizellen noch keine endgültige Aussage machen können.
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